| Botanische Bezeichnungen | Abarco: Cariniana Pyriformis, Jequitibá: Cariniana legalis, Cariniana spp. Familie der Lecythidaceen; (siehe Anmerkungen). |
| Natürliche Verbreitung | Abarco: Kolumbien, Venezuela; Jequitibá: Südöstliche Staaten von Brasilien, Bolivien, Ekuador, Paraguay. |
| Weitere Handelsnamen | Abarco: Albarco, Bacú, Caóbano; Jequitibá: Jequitibá rosa (siehe Anmerkungen). |
| Kurzzeichen nach DIN 4076 Blatt 1 | - |
| Beschreibung | |
| Stammform | Bäume groß, geradschaftig und zylindrisch, mit astfreien Längen bis 25 m und Durchmessern bis 1,4 m; meist um 1 m bei Längen bis 15 m. |
| Farbe und Struktur des Holzes | Splint hellgrau bis gelblich rosa, um 3 bis 6 cm breit. Kernholz in Abarco rotbraun und im Jequitibä blaßrosa, am starken Licht etwas verblassend; nur selten durch unterschiedliche Färbung leicht streifig. - Poren zerstreut, grob in Abarco und mittelgroß bei Jequitibä, auf Längsschnitten auffällig gerade verlaufend. - Holzstrahlen klein, als rötliche, schmale Spiegel gut erkennbar. - Speicherzellen in feinen Bändern, nur mit der Lupe auf sauberen Querschnitten wahrzunehmen und ohne Einfluß auf das Holzbild. - Faserverlauf meist betont gerade, nur vereinzelt mit Wechseldrehwuchs und einen regelmäßigen Glanzstreifen erzeugend; ohne deutliche Zuwachszonen. - Trockene Hölzer ohne spezifischen Geruch. |
| Gesamtcharakter | Trotz der deutlichen Porung Hölzer von auffälliger Glättedie farblich u. a. verschiedenen afrikanischen Hölzern ähneln (siehe Austauschhölzer). |
| Abweichungen | Vereinzelt mit fast schwarzem Gummiausgefüllte, tangential verlaufende und bis 3 mm starke Gummiadern. |
| Handelsformen | Schnittholz in beliebigen Stärken, besonders in Kanteln für Rahmenkonstruktionen (auch lamelliert) und Profilholz. Furniere und Platten. |
| Daten | |
| Gewicht | |
| - ungetrocknet (Rundholz) | ca. 900kg/m³ |
| - darrtrocken | ca. 0,64 g/cm3 |
| Druckfestigkeit (lufttrocken) | ca. 56 N/mm2 |
| Biegefestigkeit (lufttrocken) | ca. 77 N/mm2 |
| Eigenschaften | Mäßig schwere Hölzer mit Festigkeitseigenschaften, die bei Abarco denen der Stieleiche (Querqus robur) ähneln. - Der Einschnitt des frischen Holzes verläuft meist ohne Schwierigkeiten. Die Bearbeitung des trockenen Holzes kann aufgrund normal vorkommender, aber nur mikroskopisch erkennbarer Kieseleinlagerungen zu einem stärkeren Stumpfen der Schneiden führen; mit Hartmetall bestückte Werkzeuge sind darum zu empfehlen. Hobelflächen und Kanten sind von besonderer Glätte. Für Nagelungen und Verschraubungen ist bei Abarco vorzubohren. Verleimungen halten gut. Die technische Trocknung verläuft ohne wesentliche Verformungen bei langsamer Steuerung und mittleren Temperaturen, dagegen kann es wegen der relativ niedrigen Spaltfestigkeit und Stammspannungen an den Enden zur Rißbildung kommen, insbesondere bei schärferer Trocknung. Das Stehvermögen wird durch eine nur mäßige sowie ausgeglichene Sehwindung und durch Fasergeradheit begünstigt, so daß keine konstruktiven Beschränkungen bestehen. Beide Hölzer sind gut verleimbar. - Das Kernholz von Abarco ist genügend widerstandsfähig gegen Pilze sowie Insekten (entspricht Resistenzklasse 3 nach EN 350-2) und kann im Außenbau verwendet werden, dagegen ist das Jequitibä nur im Innenbereich oder an nicht bewitterten Stellen einsetzbar. |
| Oberflächenbehandlung | Nach den bisherigen Erfahrungen können unter Beachtung der grundsätzlich notwendigen Vorbedingungen, wie z. B. ausreichende Trocknung, alle im Innen- wie auch Außenbereich gebräuchlichen Mittel verwendet werden (vgl.: Merkblatt 1 Sipo). |
| Verwendungsbereiche | Abarco und Jequitibä sind aufgrund der guten Festigkeitseigenschaften, der ausreichenden Pilzresistenz (bei Abarco), des günstigen Stehvermögens und der teils mahagoniähnlichen Färbung vielseitig einsetzbare Hölzer: Als Schnittholz für die Verwendung am Außen- (nur Abarco) wie auch Innenbau, für Kleinmöbel, Profilbretter, Rahmenhölzer, Leisten, Treppen und Parkett. - Als Furnier, vor allem gemessert für Deckfurniere auf Innen- und Außenflächen von Möbeln sowie für Türen und Vertäfelungen. Austauschhölzer Abarco ist im Holzbild, wie auch in den Eigenschaften, den Holzarten Makore und Douka (Merkblatt 16), Moabi, (Merkblatt 97), Kosipo (Merkblatt 6), Sapelli (Merkblatt 2), Sipo (Merkblatt 1) und (Dark) Red Meranti/Seraya/Lauan (Merkblatt 5) ähnlich und kann in vielen Bereichen wie diese Arten eingesetzt werden. - Das Jequitibä entspricht dagegen mehr den schlichten und hellfarbigen Qualitäten des Khaya (Merkblatt 39) und Tiama (Merkblatt 40). Anmerkungen In Brasilien kommen noch weitere Arten der Gattung Cariniana vor, die dem Jequitibá strukturell entsprechen, aber meist noch hellfarbiger sind, wie zum Beispiel das Jequitibá branca von C. estreifensis. Weitere südamerikanische Hölzer der aus gleicher Familie stammenden Gattung Couratari, meistens als Tauary oder auch mit dem Phantasienamen Brasilianische Wildkirschebezeichnet, besitzen die gleiche Struktur wie Abarco und Jequitibá, sie werden wegen ihrer meist hellen Farbe auch im Austausch für Ramin (Merkblatt 27) eingesetzt. Die Bezeichnung Bacúfür Abarcoist nicht mit dem ähnlich lautenden Namen Bakufür das afrikanische Makorézu verwechseln. Die gelegentlich gebrauchte Bezeichnung Mahagonioder Colombian mahoganyfür Hölzer der Gattung Cariniana ist nicht zutreffend, da es sich weder um Hölzer der Gattung Swietenia noch einer anderen aus der Mahagonifamilie (Meliaceae) handelt. |
| Literatur | Anonymus: Descripción general y anatomica de 105 Maderas del Grupo Andino. Junta del Acuerdo de Cartagena, Lima 1981. Dahms, K.-G.: Forst- und Holzwirtschaft in Mittel- und Südamerika. Holz-Zentralblatt Verlags G.m.b.H., Stuttgart 1956. Farmer, R. H.: A Handbook of Hardwoods. BRE, Princes Risborough/GB 1972. Kukachka, B. F.: Properties of imported tropical woods. For. Prod. Lab., Madison/USA 1970. .Laming, P.B. u.a.: Houtsoorten. Houtinstituut TNO, Delft/NL 1978. Leon, H. R. u. L. A. Munoz: Maderas Columbianas. Bogota, Kolumbien 1971. Mainieri, C. u. J. Pereira: Madeiras do Brasil. Inst. Nat. do Pinho, Rio de Janeiro 1965. Record, S. J. u. R. W. Hess: Timbers of the New World. New Haven/USA 1949. Schmidt, E.: Überseehölzer. Fritz Haller Verlag, Berlin 1951. |
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