| Botanische Bezeichnungen | Pyrus communis; Familie Rosaceae |
| Weitere Handelsnamen | Holzbirnbaum, Wildbirnbaum, Schweizer Birnbaum (D), Poirier (F), Pear (GB), Pera, Perastro (I), Peren (NL), Pereira (P), Peral (E), Körte (HU), Grusza (PL) |
| Kurzzeichen nach DIN 4076 Blatt 1 | BB |
| Beschreibung | |
| Stammform | Kleiner bis mittelgroßer Baum von 8 bis 15 m, unter günstigen Wuchsbedingungen bis 20 m Höhe und Durchmessern von 40 bis 60 cm, selten darüber; astfreie Längen von maximal 2 m (Obstkulturen) bis 6 m (Wildbirne); Stämme meist zylindrisch, z. T. jedoch auch spannrückig und hohlkehlig, häufiger drehwüchsig. |
| Farbe und Struktur des Holzes | Von gleichmäßig heller, gelblich bis rötlich brauner Farbe, unter Lichteinfluß nachdunkelnd; Splint und Kern im trockenen Zustand farblich nicht unterschieden (Reifholzbaum); bei älteren Bäumen oft mit fakultativer Kernbildung von braunvioletter Färbung und unregelmäßiger Form. Gefäße sehr klein und annähernd gleichmäßig über den Querschnitt verteilt, ebenso wie die kleinen und zahlreichen Holzstrahlen nur mit der Lupe zu erkennen, das Holzbild nicht wesentlich beeinflussend. Zuwachszonengrenzen unterschiedlich deutlich, meist durch ein schmales und nur unscharf begrenztes, dunkleres Spätholz markiert, das auf tangentialen wie radialen Flächen eine leichte optische Belebung der Oberfläche bewirkt. Unregelmäßiger, gelegentlich auch welliger Faserverlauf führen durch betonte Licht/Schatteneffekte zu einer attraktiven, geflammtenoder geriegeltenMaserung. Der Geruch des Holzes ist nur im frischen Zustand leicht süßlich. |
| Gesamtcharakter | Farblich wie strukturell sehr homogenes, meist eher schlichtes Holz von mittlerer Härte und hoher Oberflächendichte, teilweise mit besonderer Maserung (siehe oben). |
| Abweichungen | Krümmungen, Spannrückigkeit, Drehwuchs, kernähnliche und andere Verfärbungen, durch Insekten verursachte und als Markfleckenbezeichnete Wundmale sowie Kernfäule (bei alten Bäumen) können Holzqualität und Nutzung beeinträchtigen. Einschlüsse wie Nägel, Metallsplitter und Draht sind bei Holz aus Obstkulturen häufiger zu beobachten. |
| Handelsformen | Rundholz aus Kulturen ab ca. 20 cm Durchmesser und 0,8 m Länge aufwärts, bei der Waldbirne ab 45 cm Durchmesser und 2,5 m Länge aufwärts (vorwiegend für die Herstellung von Messerfurnieren). Schnittholz, luft- und technisch getrocknet, besäumt und unbesäumt, in allen gängigen Dicken, vorwiegend Blockware (50-85 mm); Messerfurniere in Dicken von 0.6+ mm, ferner Parkett und Paneele. |
| Daten | |
| Gewicht - frisch | 930 - 1070 kg/cbm |
| - Schnittholz lufttrocken | 690 - 740 - 800 kg/cbm |
| - darrtrocken | 650 - 700 - 760 kg/cbm |
| Druckfestigkeit | 41-60 N/mm2 |
| Biegefestigkeit | 77-112 N/mm2 |
| Elastizitätsmodul (Biegung) | 6000-10000 N/mm2 |
| Eigenschaften | Birnbaum ist ein mäßig schweres Holz mit entsprechenden Festigkeitseigenschaften, die jedoch deutlich unter denen der im Gewicht vergleichbaren Buche und Eiche liegen. Das Holz ist von sehr feiner Textur, zäh und schwer spaltbar, sowie gedämpft ziemlich gut biegbar. Es ist mit allen Hand- und Maschinenwerkzeugen sehr gut zu bearbeiten und, dank seiner gleichmäßigen Struktur, besonders gut zu fräsen, drechseln und schnitzen. Längs- und Hirnflächen, Kanten sowie Passgenauigkeit sind i.d.R. von hoher Qualität, ebenso wie geleimte und geschraubte Verbindungen. Das mäßig bis stark schwindende Holz neigt beim Trocknen zum Verformen und zu Rissbildung, was eine sehr sorgfältige Stapelung und Trocknungsführung erfordert. Stehvermögen und Formbeständigkeit des getrockneten Holzes sind jedoch gut. Nach entsprechender Vorbehandlung durch Dämpfen ist das Holz sehr gut messerbar. Durch das Dämpfen werden Spannungen im Holz abgebaut und die Holzfarbe gewinnt an Tiefe und Intensität, so daß auch zu Schnittholz verarbeiteter Birnbaum vor der Trocknung meist gedämpft wird. Die Resistenz gegen holzverfärbende und holzzerstörende Pilze und Insekten ist mäßig (Dauerhaftigkeitsklasse IV nach DIN 68364) und für eine Verwendung in Feuchträumen sowie ungeschützt im Außenbau nicht ausreichend. Bei Kontakt mit Eisen in Verbindung mit Feuchtigkeit entstehen aufgrund der im Holz eingelagerten Gerbstoffe schwach graue Verfärbungen. |
| Oberflächenbehandlung | Das trockene Holz kann mit allen Präparaten nach jeder Methode behandelt werden, wenn die Mittel eine der gleichmäßig dichten Oberfläche angepaßte Fließfähigkeit bzw. Konzentration aufweisen. Da die natürliche oder durch Dämpfen intensivierte Farbe sowie die dezente Maserung von Birnbaum besonders geschätzt sind, werden allgemein klare und matt glänzende Mittel für die Oberflächenbehandlung eingesetzt wie z. B. farblose Lasuren, Mattierungen, Klarwachse, naturbelassene Öle (z. B. Leinöl) oder transparente Lacke. Farbangleichung oder Durchfärben von Massivholz in kleinen Dimensionen oder Furnieren mit entsprechend pigmentierten Präparaten ist ohne Schwierigkeiten zu bewerkstelligen. |
| Verwendungsbereiche | Wegen seiner ansprechenden Farbe und dezenten Oberflächenstruktur wird Birnbaum in erster Linie als Furnier im Ausstattungssektor für Möbelflächen (Wohn- und Küchenbereich), Vertäfelungen u. a. eingesetzt, wobei überwiegend schlichte, gelegentlich jedoch auch geflammte oder geriegelte Qualitäten Verwendung finden. Aus Vollholz werden bevorzugt gedrechselte Gegenstände wie Holzblasinstrumente (Blockflöten), Möbelteile oder Teile von Streich- und Tasteninstrumenten gefertigt. Gelegentlich findet Birnbaum auch als Parkett sowie für Marqueteriewaren und Spielzeuge Verwendung. Traditionelle Einsatzbereiche wie Zeicheninstrumente (z. B. Reißschienen, Winkel), gedrehte Maschinenteile, Druckmodel u. a. sind nur noch von untergeordneter Bedeutung. |
| Literatur | ANON.: Ahornhölzer. Informationsdienst Holz, Merkblattreihe Holzarten Nr. 80. Arbeitsgemeinschaft Holz, Düsseldorf, 1987. ANON.: Birkenhölzer. Informationsdienst Holz, Merkblattreihe Holzarten Nr. 93. Arbeitsgemeinschaft Holz, Düsseldorf, 1990. ANON.: Handbook of Hardwoods. Building Research Establishment, Princes Risborough Laboratory. HMSO, London, 1972. DAHMS, K.-G.: Der Elsbeerbaum und sein Holz. Holz und Kunststoff 1/1991, p.56-57. DAHMS, K.-G.: Birnbaumholz. Holz und Kunststoff 4/1991, p.460-461. DAHMS, K.-G.: Nordamerikanische Exporthölzer - DRW Verlag Stuttgart, 1991. GOTTWALD, H.: Handelshölzer. F. Holzmann Verlag Hamburg, 1958. KAUSCH-BLECKEN, v. Schmeling, W.: Der Speierling - Arterhaltung durch Nachzucht. Eigenverlag. Liegnitzer Straße 17, 3406 Bovenden, 1993. ISBN 3-88452-921-8. 224 pp. WAGENFÜHR, R., C. SCHEIBER: Holzatlas. VEB Fachbuchverlag Leipzig, 1985. WOLF, G.: Vorkommen und Verwendung des Birnbaumholzes. Holz-Zentralbl. 105 (1979), 96, p. 1422-1423. |
| Ähnliche Hölzer | |
| 2.1 Elsbeere | |
| Botanische Bezeichnung | Sorbus torminalis (Syn. Torminaria clusii), Familie Rosaceae |
| weitere wichtige Handelsnamen | Arlsbeere, Atlasbeere, Elzbeere, Seidenbaum (D); Aigrelier, Alisier, Sorbier alisier (F); Chequer tree, wild service tree (GB); Baccarello, Ciavardello, Sorbezello (I); Aliso terminal, Mostajo, Palo santo (E); Barkócafa (HU). |
| Kurzinformation zu den wichtigsten biologischen und technischen Eigenschaften: | Mittelgroßer Baum von 15-25 m Höhe und 40-60 cm Durchmesser, unter günstigen Wuchsbedingungen auch größere Dimensionen möglich; astfreie Längen bis maximal 10 m; Stamm gerade und zylindrisch, gelegentlich mit Neigung zu Spannrückigkeit und Drehwuchs. Holz farblich und strukturell wie Birnbaum, gleichmäßig dicht und homogen strukturiert; Zuwachszonen meist deutlicher durch ein schmales, dunkles Spätholz markiert; ältere Bäume auch mit Farbkern; etwas schwerer und härter als Birnbaum (mittlere Rohdichte darrtrocken 0,71 g/cm3), zäh, stärker schwindend und bei der Trocknung zum Verformen und zu Rißbildung neigend; mäßig dauerhaft. Bearbeitung bei erhöhtem Kraftaufwand deutlich schwieriger als bei Birnbaum, Holz aber gut zu drechseln und schnitzen; Verleimung mäßig, Oberflächenbehandlung gut, ausgezeichnet beiz- und lackierbar; gut messerbar nach entsprechender Dämpfung. |
| Handelsformen und Verwendung | Rundholz in Längen von 2 bis 8 m, Messerfurniere; seltener als Sägefurnier und Schnittholz. Verwendung fast ausschließlich als Messerholz für Deckfurniere, als Vollholz gelegentlich für Spezialanwendungen (Zeichengeräte, Musikinstrumente u.a.) sowie für Drechselund Schnitzarbeiten. |
| Anmerkungen | Elsbeere in furnierfähigen Qualitäten kommt überwiegend aus Ostfrankreich, in geringeren Mengen auch aus den angrenzenden Regionen Süddeutschlands und der Schweiz. Entsprechend unterschiedlichen kaufmännischen Überlegungen werden entweder ein eigenständiges Sortiment 'Elzbeere', ein Mischsortiment 'Birnbaum/Elsbeere', vielfach auch nur `(Schweizer) Birnbaum' ausgehalten, wobei in letzterem unterschiedliche Anteile von Elsbeere enthalten sein können. Ein weiterer meist schwächer dimensionierter Baum, dessen Holz in geringen Mengen in den o.g. Sortimenten enthalten sein kann, ist der Speierling (Sorbus domestica), Baum des Jahres 1993. Das Holz ist farblich wie strukturell von Birne und Elsbeere nicht zu unterscheiden, zumal in gedämpftem Zustand. Speierlingholz ist jedoch noch deutlich schwerer und dichter als Birnbaum und Elsbeere (mittlere Rohdichte darrtrocken 0,88 g/cm3), schwer spaltbar, zäh, elastisch, gut zu bearbeiten und zu polieren. Neben der Furnierherstellung sind es vor allem Spezialanwendungen wie Billiardstöcke, Dudelsackpfeifen, Stiele und Zeichengeräte u. a., für die Holz des Speierling besonders geschätzt wird. Andere Obsthölzer, die im Zusammenhang mit Birnbaum genannt werden, sind z. B. Apfel (Malus sylvestris), Eberesche (Sorbus aucuparia). Beide entwickeln regelmäßig ein braunes und häufig gestreiftes Kernholz, das kaum mit Birnbaum oder Elsbeere zu verwechseln ist. |
| 2.2 Ahornhölzer | Alle Hölzer der artenreichen Gattung Ahorn (Acer sind, ebenso wie die oben besprochenen Obsthölzer, durch eine auffällig gleichmäßige Struktur mit überwiegend feiner Porung und dezenter Fladerung charakterisiert. Neben den hellen Ahornhölzern (z. B. Bergahorn, Acer pseudoplatanus) gibt es auch solche, die sich durch eine graubräunliche bis rosagraue oder blaß rötliche Färbung auszeichnen. Zu diesen gehören vor allem die einheimischen Spitzahorn (Acer platanoides) und Feldahorn (Acer campestris) sowie der amerikanische Oregon maple / Bigleaf maple (Acer macrophyllum). Durch entsprechende Dämpfverfahren erhalten diese Ahornhölzer eine warme, rötlichbraune Farbe und können als Deckfurniere im Austausch für Birnbaum eingesetzt werden. |
| 2.3 Birkenhölzer | Alle Birkenhölzer (Gattung Betula) zeichnen sich durch eine fein-poröse, glatte und oft seidig schimmernde Oberfläche aus. Während die Farbe der leichteren Arten überwiegend gelblichbis rötlichweiß ist, besitzen schwerere Birken im inneren Stammbereich häufig ein dunkleres, hell- bis rosabraunes Kernholz. Zu dieser Gruppe zählen überwiegend ostasiatische Arten wie Betula chinensis, B. dahurica, B. costata, B. maximowicziana und B. schmidtii aus China und Japan (Onooreund SaibadaGruppen). Schlichte Qualitäten solcher Hölzer liefern, entsprechend gedämpft und gemessert, Deckfurniere, die hinsichtlich Farbe und Oberflächenbild dem Birnbaum sehr ähnlich sind. Importe entsprechender Birkenfurniere sind bislang nur sporadisch zu beobachten. Sie stellen jedoch, wie Ahorn, eine sinnvolle Alternative für die zunehmend seltener werdenden Holzarten Birnbaum und Elsbeere dar. |
GD Holz setzt auf Nachhaltigkeit – zum Wohle der Allgemeinheit
Der Gesamtverband Deutscher Holzhandel e.V. nimmt seine Verantwortung für die Zukunft der Wälder unserer Erde und damit der Zukunft unserer Kinder sehr ernst. Deshalb hat sich seine Service GmbH von den weltweit agierenden Labels FSC® und PEFC zertifizieren lassen und bietet nun kleineren Unternehmen mit bis zu 15 Mitarbeitern die Möglichkeit, sich dem GD HOLZ CoC Kombizertifikat anzuschließen, um selbst Holzwaren zertifiziert handeln zu können. Anfragen unter info@gd-holz.de. Ein Ansichtsexemplar unserer gültigen Zertifikate finden Sie hier.