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22.06.2010 RSS Feed

Das Frühjahrgeschäft 2010 hat sich im Holzhandel deutlich belebt

2009: Umsatz der Branche war um 5,9 % rückläufig


Im Jahr 2009 hat der deutsche Holzhandel einen Gesamtumsatz von ca. 9,5 Mrd. € erreicht. Die Unternehmen beschäftigen 30.000 Mitarbeiter. Im Gesamtverband Deutscher Holzhandel sind 900 Unternehmen des Holzgroßhandels, Holzaußenhandels und des Holzeinzelhandels organisiert.

 

Im Jahr 2009 mussten die Unternehmen über alle Sortimente und über alle Vertriebsformen einen Umsatzrückgang von 5,9 % verkraften. Dabei war dieser Umsatzrückgang im Wesentlichen preisinduziert, da die Preise auf breiter Front in den wichtigsten Sortimenten rückläufig waren. Zum Jahresende 2009 konnten die Sortimentsbereiche Bauelemente mit 6,6 % und der Holz-im-Garten-Bereich mit 3 % aber dennoch deutliche Zuwächse erzielen. Klare Impulse im Innenausbau und in der Renovierung sorgten für einen guten Türenabsatz, das Gartengeschäft 2009 kann insgesamt als stabiler Umsatzträger bezeichnet werden.

 

Langer Winter mit Frühjahrsbelebung

 

Der Start in das Jahr 2010 war insbesondere in den ersten zwei Monaten deutlich rückläufig, bevor sich mit dem Ende des Winters im März das Geschäft belebt hat. Mit der Geschäftsbelebung einher gehen zum Teil deutliche Preissteigerungen in den Kernsortimenten Schnittholz und Holzwerkstoffe. Bis zum April konnten die Umsätze in den meisten Sortimenten gesteigert werden, unter dem Strich erreicht die Branche für die ersten vier Monate ein gewichtetes Umsatzplus von 3,3 %. Auch 2010 läuft der Absatz mit Innentüren weiterhin sehr zufriedenstellend, per April kann ein Umsatzplus von 4,3 % verzeichnet werden.

 

Frühjahr 2010 Gartenholz zieht an

 

Deutliche Umsatzzuwächse verzeichnete der Sortimentsbereich Gartenholz bereits im März mit einem Plus von 20 %, im April ging es mit den Umsätzen nochmals um gut 5 % voran. Dennoch ist die Stimmung bei den Händlern im Thema Gartenholz durchwachsen, regional unterschiedlich sprechen die Firmen von zum Teil sehr guter, auf der anderen Seite aber auch durchaus von verhaltener Nachfrage.

Wie sich das Geschäft im Gartenholz im Verlauf des Jahres entwickelt, bleibt daher abzuwarten und eine interessante Frage.

 

Bauwirtschaft

 

Im Vergleich zur Gesamtkonjunktur gingen die Bauinvestitionen 2009 mit einem Minus von 0,8 % deutlich weniger zurück. Der Baubereich gewann damit relativ an Gewicht. Das Bauvolumen im Wohnungsbau hat sich 2009 leicht verringert. Die Entwicklung ist vor allem auf einen starken Einbruch im Neubau zurückzuführen, wobei das Wohnungsbauvolumen insgesamt von Investitionen im Bereich der Modernisierung dominiert wird. Die Fertigstellungszahlen (Neu- und Umbau zusammen) beliefen sich 2009 auf geschätzt 160.000 Wohneinheiten und lagen damit um 9,5 % unter den bereits historisch niedrigen Werten von 2008. Zugleich war der Bereich des Wohnungsbaus 2009 in starkem Maße von den wachsenden Investitionen in den Bestand geprägt. Insbesondere die Konjunkturprogramme der Bundesregierung belebten die Investitionstätigkeit zur energetischen Modernisierung.

 

Im Bereich des Wirtschaftsbaus sind die Baugenehmigungen um fast ein Viertel gegenüber dem Vorjahr eingebrochen. Die deutsche Bauindustrie hofft nach dem harten Winter auf einen Baufrühling im zweiten Quartal 2010. Zwar sind die Umsätze nach Schätzung des Hauptverbandes der deutschen Bauindustrie im ersten Quartal 2010 um 17 % eingebrochen, dafür sind die Auftragseingänge um nominal etwa 7 % gestiegen. Trotzdem bleibt die deutsche Bauindustrie skeptisch, ob die baukonjunkturelle Talsohle bereits 2010 erreicht wird. Zwar werden die Umsätze im Wirtschaftsbereich dank der leichten gesamtwirtschaftlichen Belebung nicht ganz so stark zurückgehen wir befürchtet. Dennoch reichen die positiven Impulse aus dem Wohnungsbau (Renovierung, Sanierung) und dem öffentlichen Bau nicht aus, um das Minus im Wirtschaftsbau auszugleichen.

 

Aussichten für 2010 bleiben schwierig

 

Angesichts der aktuellen Situation beurteilen die meisten Unternehmer, die am GD Holz Betriebsvergleich teilnehmen, die Situation verhalten. Im Wesentlichen gehen die Unternehmer von stagnierenden, aber auch rückläufigen Umsätzen aus. Der Renovierungsmarkt wird als stark eingeschätzt, ebenso wie der Innenausbau, der über die Konjunkturpakete der Bundesregierung gestützt wird. Über die Sommermonate muss insbesondere die Preisentwicklung in wichtigen Sortimenten abgewartet werden, aber auch Beschaffungsfragen bleiben ein wichtiges Thema. Derzeit ist die Situation am Beschaffungsmarkt angespannt, dies könnte Auswirkungen auf das Herbstgeschäft haben.

 

Ob die Aufhellung der Konjunktur im Frühjahr über den Sommer hinaus anhält, kann jetzt noch nicht gesagt werden. Derzeit sind die Unternehmen dabei, die in den ersten Monaten verloren gegangenen Umsätze aufzuholen. Auf diesem Wege sind die Unternehmen im April und Mai ein gutes Stück vorangekommen, allerdings muss man auch die Preiswirkungen der letzten Monate dabei berücksichtigen. Ein weiteres Aufholen setzt aber voraus, dass das Herbstgeschäft gut läuft, die Nachfrage nach den Kernsortimenten stabil bleibt und auch in den Holzfachmärkten etwas mehr Bewegung herrscht, so jedenfalls die Wünsche der meisten Fachmarktbetreiber.

 

Berlin

Juni 2010


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