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Dendrochronologie


dendros=der Baum; chronos=die Zeit  Jahrringforschung.  1914 entdeckte der Astronom Andrew Ellicot Douglass am Lowell-Observatoriumin Arizona den Zusammenhang zwischen Klima und Jahrringbreite. An mehrhundertjährigen Ponderosa-Kiefern und später an Riesen-Sequoias stellte er fest, dass die Breite der Jahrringe je nach klimatischen Bedingungen breiter oder schmäler ausfällt. Douglass mass die Breite der Jahrringe von verschiedenen Kiefern und fand heraus, dass die gleichzeitig gewachsenen Stämme auch das gleiche Muster aufwiesen, also die gleiche Abfolge von schmalen und breiten Jahrringen besassen. Damit war die Dendrochronologie geboren.

 

Die Dendrochronologie wird heute als eine preiswerte und präzise Methode zur Datierung von Holz in der Archäologie, Bau- und Kunstgeschichte eingesetzt. Auch in der Klima und Geoforschung wird die Dendrochronologie zur Bestimmung historischer Klimaverläufe und Naturkatastrophen wie Feuer, Vulkanausbrüche, Windwurf oder Schädlingsbefall eingesetzt. Man spricht dann von Dendroklimatologie oder Dendroökologie.


Prinzip der Dendrochronologie

(Bild: Labor für Dendrologie der Stadt Zürich)

Ein Jahresring besteht aus dem weitlumigen und dünnwandigen Frühholz (dient dem Wassertransport) und dem englumigen und dickwandigen Spätholz (erhöht die Festigkeit). Je nach Klimabedingungen wird der Jahrring unterschiedlich breit.

 

Baumausschnitt (16. Jhdt)

Unter identischen Klima- und Standortbedingungen weisen Hölzer in gemäßigten und borealen Klimazonen einen ähnlichen Jahreszuwachs auf. Die individuellen Jahrringmuster - die Abfolgen von engen und breiten Jahrringen- können optisch miteinander verglichen und zeitlich zugeordnet werden.

 

Nach einer Vermessung der Jahrringbreiten werden sie für den visuellen Vergleich in Kurven umgesetzt. Statistische Berechnungen, mit Hilfe spezieller Korrelationsprogramme, unterstützen dieses Vorgehen. Eine zeitlich exakte Bestimmung ist dann möglich, wenn man von Holzproben das genaue Einschlagsdatum kennt und der äusserste Jahrring erhalten ist.

 

In Mitteleuropa besitzt man bei der Eiche mittlerweile Jahrringketten über einen Zeitraum von 10.000 Jahren. Damit lassen sich für diesen Zeitraum eindeutige Datierungen vornehmen, ohne die kostenaufwendige und ungenaue C14-Methode verwenden zu müssen. So konnten z.B. Im Rhein bei Koblenzgefundene alte Eichenpfähle dem Jahr 48 v. Chr. und damit eindeutig den Römern als Brückenbauern zugeordnet werden. Die Dendrochronologie hat insbesondere in der Archäologie der Steinzeit erhebliche Neudatierungen ermöglicht, die das Bild dieser Zeit erheblich verändert haben.

 

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