Nutzholzborkenkäfer (Lineatus)
Der Nutzholzborkenkäfer ist ein holzbrütendes Insekt, das im Wald stehende oder frisch gefällte Stämme befällt. Das Käferweibchen nagt einen Muttergang senkrecht durch die Rinde in das Holz und legt seitlich davon in den Brutgängen die Eier ab. Die aus den Eiern sich entwickelnden Larven leben in Symbiose mit einem Pilz, der an den Wänden der Brutgänge wächst. Spätestens, wenn die Stämme eingeschnitten werden und dabei das Holz trocknet, stirbt der Pilzrasen ab und verfärbt sich schwarz. An den Schnittflächen, insbesondere in der Seitenware, werden dann die kreisrunden 2 mm großen schwarzgefärbten Löcher oder angeschnittenen Larvengänge sichtbar . Zusätzlich können holzverfärbende Pilze das Holz um die Ausfluglöcher herum schwarz verfärben. Im wesentlichen ist dieser Befall ein optischer Mangel ohne statische Auswirkungen. So lassen alle einschlägigen Bauholznormen unter Gesichtspunkten der Festigkeit diese kreisrunden 2 mm Lineatus-Löcher zu.

Für alle die, die es genauer wissen wollen:
Käfer: Flügeldecken braun oder gelb längsgestreift, 0,6 cm. Schwärmt im März bis April, bohrt eine kurze Eingangsröhre und Quergänge in das Holz und legt dort einzeln die Eier ab. Der ausgewachsene Käfer ist hier der eigentlich Schädling, da er sich von Holz ernährt und die Leitergänge frißt.
Larve: Die Larve frißt kurze Gänge nach oben und unten, so daß der typische Leitergang entsteht. Sie ernährt sich nicht vom Holz, sondern von einem bestimmten Pilz (Ambrosiapilz). Hat sich der Leitergang schwarz verfärbt, so ist der Pilz abgestorben, (Austrocknung des Holzes) es liegt kein Lebendbefall mehr vor. Die Jungkäfer gelangen durch die Muttergänge ins Freie. Normalerweise wird nur eine Generation ausgebildet.
Vorkommen: Vor allem in frisch gefälltem unentrindetem Nadelholz, hauptsächlich Fichte. Befällt auch stehende und kränkelnde Bäume, bei feuchter Lagerung bohrt er sich auch in entrindetes Holz ein. Der Befall ist leicht an den hellen Bohrmehlhäufchen zu erkennen.
Bedeutung: Der volle Schaden ist häufig erst bei der Aufarbeitung erkennbar. Bedeutend ist vor allem die optische Qualitätsminderung, wenn das Bauholz sichtbar eingesetzt wird.
Übersicht
Insekten:
Die Larve, der eigentliche Holzschädling
die Holzwespe (Sirex)
der Nutzholzborkenkäfer (Lineatus)
verschiedene Bockkäfer
der Splintholzkäfer (Lyctus)
der Nagekäfer (Anobium)
der Hausbock (Hylotrupes)
Pilze:
Aufbau, Entwicklung und Fortpflanzung
Holzverfärbende Pilze
Holzzerstörende Pilze