Brauner Splintholzkäfer (Lyctus)
Verschiedene Splintholzkäferarten, insbesondere aber der braune Splintholzkäfer (Lyctus bruneus), sind die einzigen wirklich gefahrlichen Schädlinge, die in Holzhandlungen auftreten können. Sie befallen insbesondere stärkereiche Laubhölzer wie Abachi und Limba. Es sind Fälle bekannt, wo dieser Schädling in Abachi-Einleimern in Türen, im Furnierlager und im Schnittholzlager aufgetreten ist. Gefährlich ist der Holzschädling insofern, als der ausschlüpfende Käfer geeignetes Holz in der Umgebung befällt, und so der Befallsherd selbst und umliegendes Holz von mehreren Generationen befallen wird. Werden keine bekämpfenden Maßnahmen ergriffen, kann es zu einer Massenvermehrung kommen. Beim Auftreten des Schädlings ist in jedem Fall eine bekämpfende Fachfirma zu konsultieren, die auf den Einzelfall abgestimmte Bekämpfungsmethoden vorzunehmen hat.
Für alle, die es genauer wissen wollen:
Käfer: Der Käfer ist 2,5 - 8,0 mm lang und rotbraun gefärbt. Charakteristisch ist die langgezogene stäbchenförmige Körperform, die punktierten Flügeldecken und das trapezförmige Halsschild. Flugzeit ist in beheizten Räumen praktisch das ganze Jahr über. Das Weibchen legt die Eier mit Hilfe einer Legeröhre in angeschnittene Gefäße oder feine Risse und Spalten. Vor der Eiablage prüft das Weibchen den Nährstoffgehalt des Holzes, das zur Ernährung der Larven dienen soll.
Larve: Die Larven nagen vorwiegend in Faserrichtung und hinterlassen unregelmäßige Fraßgänge. Die Gänge sind mit Fraßmehl vollgestopft und können bei der Verarbeitung leicht übersehen werden. Das Holz wird bis zur vollständigen Pulverisierung immer wieder zur Eiablage aufgesucht. Die Entwicklungsdauer der Larve liegt bei nur 5 bis 18 Monaten, so daß unter günstigen Bedingungen 2 Generationen im Jahr ausfliegen können. Die Verpuppung der Larve erfolgt in einer Puppenwiege direkt unter der Oberfläche.
Vorkommen: Im verbautem Laubholz (Schnittholz, Sperrholz, Parkett, Möbel, Türen etc). Sein Auftreten wurde mit dem verstärkten Einsatz von Tropenhölzern gefördert. Zentralbeheizte Räume bieten ein optimales Entwicklungsklima, der Anspruch an die Holzfeuchtigkeit ist deutlich niedriger als bei heimischen Insekten.
Bedeutung: Er ist weltweit einer der gefürchtetsten Laubholzschädlingen und ist eigentlich in wärmeren Gebieten der Erde beheimatet. So wurde er auch vor längerer Zeit aus Südostasien in Deutschland eingeschleppt. Seitdem hat er sich zu einem bedeutenden Schädling entwickelt. Besonders gefährlich ist die schnelle Entwicklung und damit häufige Generationsfolge, die die Population schnell anwachsen läßt. Der Befallsurspmng kann beim Importeur, Holzhändler, Verarbeiter als auch am Ort des Schadens liegen. Bei Lebendbefall können Schadensersatzansprüche geltend gemacht werden.
Übersicht
Insekten:
Die Larve, der eigentliche Holzschädling
die Holzwespe (Sirex)
der Nutzholzborkenkäfer (Lineatus)
verschiedene Bockkäfer
der Splintholzkäfer (Lyctus)
der Nagekäfer (Anobium)
der Hausbock (Hylotrupes)
Pilze:
Aufbau, Entwicklung und Fortpflanzung
Holzverfärbende Pilze
Holzzerstörende Pilze