Holzwespe (Sirex)
Reklamationen wegen Holzwespenbefall haben in den letzten Jahren im Holzhandel enorm zugenommen: Aus Bau- und Konstruktionshölzern, aus der Unterlattung von Holzbekleidungen, selbst aus der Massivholzmittellage von Sperrhölzern wurden ausfliegende Holzwespen beobachtet.
Die Holzwespe ist ein Frischholzinsekt. Das Käferweibchen legt seine Eier im Wald in stehende oder frisch gefällte Bäume ab. Da die Entwicklung des Insektes mindestens 2 bis 3 oder mehr Jahre dauert, wird das befallene Holz über den Säger zum Holzhändler an den Letztverbraucher geliefert. Da die Larve ihre Fraßgänge mit den Nagespänen hinter sich fest verstopft, ist ein Befall oftmals nur bei genauem Hinsehen zu erkennen. Das ausfliegende Käferweibchen hinterlässt, je nach Insektgröße, ein 4 bis 7 mm kreisrundes Ausflugloch.
Dabei durchbohrt es alles, was es auf dem Weg vom Holz ins Freie behindert, also z.B. auch ein Paneel.
Wichtig für die Beratung eines Kunden, bei dem ein Holzwespenbefall auftritt, ist:
- Auch wenn das Insekt Holzwespe heißt, sticht es nicht.
- Das Holz ist bereits im Wald befallen worden, weder der Säger noch der Holzhändler können oftmals den Befall vorher erkennen.
- Der Kunde braucht nicht zu befürchten, daß verbautes Holz, also Profilbretter oder Möbel, befallen werden. Die Holzwespe ist ein Forstinsekt und benötigt saftfrisches Rundholz für seine Entwicklung.
- Bislang ist noch kein Befall bekannt geworden, in dem die Befallsdichte so stark war, daß eine statische Beeinträchtigung, z.B. bei Konstruktionsholz, zu befürchten war. Gleichwohl ist Sirexbefall in der Bauholzsortierung nach DIN 4074 in allen Güteklassen nicht zugelassen. Eine Bekämpfung eines Holzwespenbefalls im verbauten Holz ist in der Regel nicht erforderlich und in der Praxis auch schwer durchführbar.
Für alle, die es genauer wissen wollen:
Wespe: Stahlblau, metallisch, walzenförmiger Körper ohne Einschnürung zwischen Brust und Hinterleib, Legebohrer, 4-5 cm. Eier werden in saftreiche Stämme mit und ohne Rinde gelegt. Obwohl es sich dem Namen nach um eine Wespe handelt, sticht sie nicht.
Larve: Frißt einen kreisrunden Bogengang in das Holz, verpuppt sich dicht unter der Oberfläche. Wespe frißt sich ein kreisrundes Flugloch ins Freie ( beim Hausbock oval). Die Entwicklung kann bis zu vier Jahren dauern. Dann jedoch schlüpfen die Wespen unter Umständen aus verarbeiteten Produkten, wie Türen, Möbeln und Balken.
Vorkommen: Sie befällt kränkelnde, rindenverletzte oder gefällte noch saftreiche Nadelhölzer im Wald bis hin zum Lagerplatz im Sägewerk. Die mit Bohrmehl gefüllten Larvengänge werden häufig übersehen.
Bedeutung: Die Schäden sind nur von geringer Bedeutung, die Tragfähigkeit wird bei der geringen Befallsdichte kaum beinflußt. Ein erneuter Befall bereits verbauten Holzes ist unmöglich, da die Holzfeuchte zum erneuten Befall nicht mehr ausreicht.
Wesentlich schwerwiegender ist die Tatsache, das die schlüpfenden Holzwespen alle möglichen abdeckenden Materialien, vom Teppichboden über Dachpappe bis bin zu dünnen Bleiplatten durchnagen, um ins Freie zu gelangen. So kann der sekundäre Schaden, das Durchnagen einer auf einem Flachdach liegenden Dachpappe, enorme wirtschaftliche Folgen haben, da hier eine Eintrittspforte für Wasser geschaffen wird.
Übersicht
Insekten:
Die Larve, der eigentliche Holzschädling
die Holzwespe (Sirex)
der Nutzholzborkenkäfer (Lineatus)
verschiedene Bockkäfer
der Splintholzkäfer (Lyctus)
der Nagekäfer (Anobium)
der Hausbock (Hylotrupes)
Pilze:
Aufbau, Entwicklung und Fortpflanzung
Holzverfärbende Pilze
Holzzerstörende Pilze