Massive Dielenböden richtig verlegen

DielenMassivholzdielen aus Vollholz bieten den besonderen Reiz des naturbelassenen Produktes. Sorgfältige Sortierung und exakte Trocknung zeichnen Qualitätsfußbodendielen aus und gewähren Ihnen blei- bende Freude an Ihrem Dielenboden. Gewisse Unebenheiten, wie Äste und 1-2 mm breite Fugen, die durch jahreszeitliche Feuchteschwankungen entstehen, geben dem Dielenboden seine charakteristische Ausstrahlung, denn Holz ist Natur.

Vorteile Ihres massiven Dielenfußbodens

Ein Vollholzboden verbessert das Wohnraumklima durch seine feuchteregulierenden Eigenschaften merkbar. Auch im Winter wird Ihr Boden eine angenehme Fußwärme ausstrahlen, da Holz sehr gute Wärmedämmeigenschaften besitzt. Zudem schont die Bodenelastizität Ihre Füße und Gelenke. Dielenfußböden sind sehr hygienisch und ganz einfach zu pflegen.

Achten Sie während der Heizperiode auf ausreichende Raumluftfeuchte (45-60 %) und eine Temperatur von ca. 20 Grad C. So vermeiden Sie Fugenbildung im Boden. Gleichzeitig ist eine höhere Luftfeuchte wohltuend für Ihre Atemorgane. Setzen Sie gegebenenfalls Raumluftbefeuchter ein.

Qualität wählen


Massive Bodendielen sind heutzutage mit Nut und Feder versehen, wodurch sie komfortabel mit unsichtbarer Vernagelung verlegbar sind.

Dielen werden überwiegend aus den Hölzern Fichte/Tanne, Kiefer, Oregonpine und Hemlock, aber auch in Kirsche, Eiche oder Ahorn hergestellt. Lassen Sie sich bei Ihrem Holzfachhändler von den verschiedenen Holzarten beeindrucken. Unbehandelte Dielen lassen sich nachträglich wachsen, ölen, lasieren oder auch farbig beizen. Mit pigmentierten Oberflächenbehandlungsmitteln können Sie farbige Akzente in Ihren Dielenfußboden bringen.

Langdielen gehen über die ganze Raumbreite (lieferbare Längen bis ca. 6 m); sie sind nur auf den Längsseiten mit Nut und Feder versehen.

Kurzdielen werden hingegen auch über die Stirnseiten durch Nut und Feder miteinander verbunden.

Tipp


Hobelware (Dielen mit ca. 18 % Holzfeuchte) sollte während der Heizperiode zwei bis mehrere Wochen – abhängig von Brettstärke und Restfeuchte im Holz – stapelweise in dem Raum lagern, in dem sie später verlegt werden soll. So passen sich die Dielen der im Raum herrschenden Luftfeuchte an, wodurch eine übermäßige Fugenbildung nach der Verlegung vermieden wird.

Einfacher ist es, Ihren Holzfachhändler nach der technisch heruntergetrockneten Qualitätsfußbodendiele zu fragen. Da sie eine Holzfeuchte von ca. 10 % aufweist, ist sie bereits dem Klima in beheizten Wohnräumen angepasst. Deshalb findet keine übermäßige Fugenbildung nach der Verlegung mehr statt.

Unterkonstruktion für Dielenböden


Altbau

Früher wurden Dielenböden in Altbauten auf Holzbalkendecken verlegt. Ein neuer Dielenboden wird nie direkt auf die alten Deckenbalken genagelt, sondern durch eine schalldämmende Lage (Kork) getrennt. Eine Höhenkorrektur unebener Bodenflächen erreichen Sie durch unterschiedlich dicke Lagerhölzer.

Neubau

Dielenböden lassen sich hervorragend auch in Neubauten verlegen. Hierfür wird eine Unterkonstruktion aus Lagerhölzern (ca. 4,5 x 7 cm) auf den Untergrund geschraubt. Die Dielen werden auf den Lagerhölzern befestigt, die Hohlräume können mit Dämmmaterialien gefüllt werden. Beachten Sie, dass die Bodenhöhe um die Höhe der Lagerkonstruktion und die der Dielen, also ca. 6,5 cm zunimmt.

Grundsätzliches zum Verlegen

Holz braucht Raum zum Arbeiten. Damit es entsprechend den jahreszeitlichen Luftfeuchteänderungen quellen und schwinden kann und Schallbrücken vermieden werden, muss eine Dehnungsfuge entlang der Wände ausgespart werden. Für die passende Dielenlänge müssen Sie deshalb von der Raumbreite 2 x 1,5 cm, also 3 cm, abziehen.

Vor der Dielenverlegung muss sichergestellt sein, dass keine Feuchte in den Holzfußboden eindringen kann. Deshalb ist gegen aufsteigende Feuchtigkeit, z. B. bei nicht unterkellerten Massivböden eine Feuchtigkeitssperre (PE-Folie) einzubauen.

In Neubauten sollten Sie sich beim Architekten rückversichern, ob der Estrich bereits den erforderlichen Trockenheitsgrad für das Verlegen erreicht hat. Die Räume sollten möglichst vor der Dielenverlegung einschließlich der Malerarbeiten fertiggestellt und beheizt sein.

Alte Dielenböden renovieren

Weist Ihr alter Dielenboden (Altbau) keine großen Schadstellen auf, kann er gegebenenfalls abgeschliffen und neu oberflächenbehandelt werden. Informationen hierzu finden Sie in den Holz-Tipps "Holzfußböden richtig renovieren". Um keine Probleme mit der Bodenhöhe (Unterschneiden von Türen, Versetzen von Leisten, alte Raumproportionen) zu bekommen, ist bei schadhaften Böden ein Entfernen der alten Dielen am vorteilhaftesten. Die neuen Dielen werden, wie oben angesprochen, verlegt. Sollten Sie neue Dielen oberhalb des alten Dielenbodens verlegen, nimmt die Bodenhöhe um die Dicke der neuen Dielen zu. Beachten Sie, diese in Querrichtung zu den alten Fußbodendielen zu verlegen.

Die Verlegung

 

Werkzeug und Zubehör

Hammer (500 g), Stichsäge, Stecheisen, Setzstift, Zollstock, Bleistift, Schlagleiste (PVC hat geringere Rückfederung als Holz, jedoch Dielenabfallstück als Schlagholz verwendbar), Richtschnur, Keile, ggf. Sperrplättchen, Gehrungslade für Schrägschnitte bei Fußbodenleisten, ggf. gehobelte Lagerhölzer, Leisten.


 

a. Lagerhölzer befestigen

     

Verlegen Sie die Lagerhölzer (ca. 4,5 x 7 cm) in einem Abstand von etwa 30 bis 50 cm auf dem Unterboden. Bei der Sanierung einer alten Holzdecke richten Sie sich dabei nach dem Verlauf der alten Balken.

Die Hölzer sind waagerecht (Schnur spannen) und festaufliegend auf dem Untergrund aufzubringen.

Höhenunterschiede in der Lagerkonstruktion (alte Balkendecke) führen zu Unebenheiten im Dielenboden. Zum Ausgleich können Sperrplättchen o. ä. (keine Keile!) unter die Lagerhölzer geleimt bzw. fest angenagelt werden. Unterhalb der Lagerhölzer werden Dämmstreifen in ganzer Länge verlegt und an den Stirnseiten bis zur Oberkante des Lagerholzes hochgezogen, um Trittschall zu vermeiden. Die Räume zwischen den Lagerhölzern werden mit Dämmstoff ausgefüllt. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Holzfachhändler nach geeigneten Dämmmaterialien.


 

Tipp

Achten Sie darauf, dass der Trockenheitsgrad der Lagerhölzer dem der Vollholzdielen entspricht. Längs zum Raum verlaufende Lagerhölzer ermöglichen ggf. handlichere Dielenformate ohne Längsstöße, die dann quer zum Raum verlaufen.

Bei langen schmalen Fluren mit unebenem Untergrund kann jedoch eine Längsverlegung der Dielen zum Ausgleich der Unebenheiten vorteilhaft sein. Lassen Sie sich ggf. durch Ihren Holzfachhändler oder die Fachberater der Herstellerwerke beraten.


 

b. Massivholzdielen verlegen

 

Legen Sie die erste Dielenreihe mit der Nutseite zur Wand und fixieren sie den Abstand zur Wand (ca. 1 cm) mit Keilen.

 

Nageln/schrauben Sie das Brett wandseitig direkt von oben fest (wandseitig werden die Nägel später von der Fußleiste verdeckt). Raumseitig wird die Dielenreihe schräg durch die Feder geschraubt.

 

 

Nun treiben Sie die nächste Dielenreihe mit der Nut auf die Feder der bereits befestigten Dielenreihe. Helfen Sie mit leichten Hammerschlägen auf ein Schlagholz nach. Schlagen Sie jedoch nie mit dem Hammer direkt auf die Diele. Achten Sie darauf, das Schlagholz immer mit derselben Seite an die Dielenfeder anzulegen. Nageln Sie die zweite Dielenreihe ebenfalls unter Druck schräg durch die Feder fest.

 

Bei Kurzdielen wird die folgende Reihe jeweils mit dem Verschnittstück der vorigen Reihe begonnen. Im unregelmäßigen Verband ist darauf zu achten, dass der Längenversatz mindestens 50 cm beträgt.

 

 

Die letzte Dielenreihe ist so anzupassen, dass auch hier ein Abstand von ca. 1 cm zur Wand bleibt. Sie wird ebenfalls von oben sichtbar verschraubt.

 

Vergessen Sie nicht, die Abstandskeile nach der Dielenverlegung zu entfernen!

 

Dehnungsfugen und Verschraubungen werden abschließend mit formschönen Bodenleisten abgedeckt.


Raumabschlüsse

Bei Ihrem Holzfachhändler bekommen Sie zu jedem Dielenboden die passenden Leisten, auch solche, unter denen Sie Stromkabel, Antennenkabel usw. verstecken können.

Sie bilden den harmonischen Abschluss zwischen Dielenboden und Wand.


 

Tipp

Achten Sie beim Zuschnitt der Dielen auf den Sägeschnitt:

Beim Sägen von Hand oder mit der Tischkreissäge reißen die Fasern nach unten aus. Deshalb sollte die Sichtseite der Diele immer nach oben gelegt werden.

Anders beim Sägen mit Handkreissägen oder Elektrostichsägen. Hier reißen die Holzfasern nach oben aus. Deshalb ist die Sichtseite in diesen Fällen nach unten zu legen. Dabei ist auf eine saubere Unterlage zu achten.

Schraubnägel verhindern ein späteres Ausziehen der Dielen. Bei harten Hölzern empfiehlt es sich, die Schraublöcher vorzubohren.

Ein Senkstift sorgt für das Versenken der Nagelköpfe im Brett.


 

Oberflächenvergütung

Unbehandelte Dielenböden werden abschließend mit einem oberflächenschützenden Mittel behandelt (Wachse, Öle, Beizen). Bitte beachten Sie dabei die Verarbeitungshinweise der Hersteller. Verwenden Sie keine Mittel, die zum Miteinanderverkleben der Dielen führen. Holzdielen müssen den jahreszeitlichen Feuchteschwankungen entsprechend "arbeiten" können. Darum ist die Bildung von 1-2 mm breiten Fugen charakteristisch für einen Dielenboden.

Wird dies verhindert, kann es zum Blockabriss, also dem Abriss einiger Dielenreihen zusammen als Block, kommen. Die entstehenden Fugen sind dann entsprechend groß.


Tipp

Verlegen Sie bereits werkseitig endbehandelte Fußbodendielen: Sie sparen Zeit, vermeiden Geruchsbelastung und können den neu verlegten Dielenboden direkt nutzen.


 

Pflegehinweise

Massivholzdielen werden einfach mit einem Besen oder Staubsauger gereinigt und nur bei Bedarf mit einem nebelfeuchten Tuch gewischt (nie nass!).

Je nach Beanspruchung kann der Boden mit Holzfußbodenwachs gepflegt werden, um seine schöne Oberfläche zu erhalten.

Selbst im Falle einer Renovierung muss der Boden nicht komplett entfernt werden, sondern wird einfach abgeschliffen und neu behandelt.

 

Die Datenbanken des Holzfachhandels: Holzfachhandel Ihrer Region


Holzimport


Holzexport


Rohholzhandel


Furnierhandel