25.03.2009
Europäisches Furnierforum 2009Furnier – faszinierender und wandlungsfähiger Werkstoff mit Zukunft
Furnier ist ein Veredelungswerkstoff mit vielen Facetten. Davon konnten sich die Besucher des „Europäischen Furnier Forums“ am 14. und 15. Mai 2009 im Rahmen der Kölner Fachmesse „interzum“ überzeugen. „Feel the real wood“ lautete dieses Jahr die Devise des Kooperationsprojektes der Initiative Furnier + Natur e. V. (IFN) und des Gesamtverbandes Deutscher Holzhandel e. V. mit der Koelnmesse. Gemeinsam präsentierten sie auf einer Sonderfläche vielfältigste Furnier-Exponate und informierten im Expertenforum mit anschließendem Come together über aktuelle Entwicklungen und Trends. Fazit der 1. Vorsitzenden der Initiative Furnier + Natur e. V., Alexandra Kiefer, nach vier Messetagen: „Trotz Finanzkrise zeigt sich die Furnierbranche selbstbewusst mit ihren Produkten. Solidarisch setzt sie sich über die Plattform unserer Initiative mit der Suche nach Lösungen für die Zukunft auseinander.“ ![]() Neue Zielgruppen entdecken Furnier
Architekten, Designer, Innenausbauer, Schreiner sowie Vertreter der Möbel- und Holzwirtschaft überzeugten sich von den kreativen und technischen Vorteilen des Materials. Referenten aus dem In- und Ausland berichteten über Möglichkeiten und Chancen von Furnier. Stets im Fokus: das aktuelle und zukünftige Verhalten der Konsumenten. Aus Sicht des Referenten Olof Freiherr von Gagern ist die wachsende Verbraucherschar der LOHAS (Lifestyle of Health and Sustainability) mit ihrem großen Anspruch an Eleganz, modernes Design, Natürlichkeit und Nachhaltigkeit eine geradezu ideale Zielgruppe für Furnier als individuelles, ökologisch einwandfreies und einzigartiges Oberflächenmaterial.
Dr. Dagmar Krapf setzte sich mit der Frage auseinander, welche Auswirkungen Furnier und Holz auf das menschliche Wohlbefinden haben. Im Mittelpunkt ihrer Betrachtungen stand die unvergleichliche Wahrnehmbarkeit dieser Materialien über die menschlichen Sinne: Sehen, Tasten, Hören, Riechen. Herausragende Beispiele für ein ausgewogenes und äußerst harmonisches Zusammenspiel von Furnieren im Innenausbau zeigte Karla Kallauch, Deutsche Werkstätten Hellerau.
Breitere Anwendung dank neuer Techniken
Am zweiten Tag des Forums begeisterte Benno Mehlich (HGM Türen) das Messe-Publikum für den Einsatz von Furnier im hochwertigen Türenbereich. Auch Eugen Gerl (Bulthaup Küchen) schenkt der Verwendung von Furnier im Küchenbereich im Kontext mit anderen Materialien zunehmende Beachtung.
Reinhold Röhr bewertet die neuen Entwicklungen bei den Trägermaterialien für Furnier positiv. Er ist zuversichtlich, dass bis 2050 die Holzwerkstoffe formaldehydfrei sein werden. Auch Trägermaterialien aus Buchen- und Küstentannen-Holz oder aus Pappel böten eine ökologisch wertvolle Grundlage für Furnier. Zudem erkennt er schon jetzt große Chancen für den edlen Werkstoff dank der Weiterentwicklung transparenter Werkstoffe wie Acryl oder Glas. Derartige Materialen – ganz im Trend der Zeit – versehen mit einer furnierten Oberfläche, eröffnen uneingeschränkt innovative Design-Möglichkeiten. „Insgesamt eine erfreuliche Entwicklung, die das Image von Furnier als nachhaltiges Naturprodukt verbessert“, resümiert Lutgart Behets-Oschmann, Geschäftsführerin der Initiative Furnier + Natur e. V..
Sonderschau mit Kreativ-Potential
Die Themenbereiche des Europäischen Furnier Forums fanden sich auch in der begleitenden Sonderschau wieder. Die vielfältigen Exponate überzeugten von den High Tec-Qualitäten und den stetig wachsenden Einsatzmöglichkeiten dieses Echt-Holz-Materials: Von formschönen Stehlampen und filigranen Pendelleuchten in modernem Design oder Retro-Look bis zu ergonomisch geformten Entspannungsliegen. Der Fachbesucher konnte anhand eines bearbeiteten Eichenholzstammes die verschiedenen Schritte zum Furnier erkennen und sogar eigenhändig ertasten. Zum Zug kam der Messegast auch an den „Probier-Tischen“, wo er selbst kreativ mit Furnieren aus verschiedenen Holzarten experimentieren und individuelle Bildoberflächen zusammensetzen konnte.
Außergewöhnliches Highlight waren die exklusiven Haute Couture-Roben aus Furnier, entwickelt von drei Modedesign-Studentinnen der Fachhochschule Bielefeld. Perfekt in Szene gesetzt, zogen sie die staunenden Blicke der Gäste auf der „IFN-Lounge-Party“ magisch an. Die furnierten Roben stießen beim Fachpublikum der Messe auf großes Interesse. Furnier zeigt sich hierbei besonders als authentisches, ressourcenschonendes Material, das sich heute mit ungeahnter Perfektion verarbeiten lässt. |
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