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Holzschutz

1 Weshalb Holzschutz?

Holz besteht aus organischer Substanz; die Zellwände sind aus Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff aufgebaut. Diese bieten neben den, in geringen Mengen vorkommenden Inhaltsstoffen, wie Eiweißen und freien Zuckern, eine gute Nährstoffquelle für Organismen. Pilze und Insekten können unter bestimmten Bedingungen Holz angreifen und zerstören. Für einen effektiven Holzschutz ist das Wissen um die jeweiligen Befallsbedingungen entscheidend.

Holzverfärbende und zerstörende Pilze können sich nur bei einer anhaltenden Holzfeuchte ab 20 % entwickeln. Holzverfärbende Pilze bewirken in der Regel eine Verfärbung der Holzoberfläche und führen überwiegend zu einem Wertverlust des Holzes aus optischen Gesichtspunkten. Holzzerstörende Pilze bauen die Holzsubstanz ab und führen zum Festigkeitsverlust des Holzes. Verschiedene Pilzarten zerstören unterschiedliche Substanzen des Holzes und führen zu verschiedenen Fäulnistypen: Zu unterscheiden sind Braun-, Weiß-, und Moderfaule. Kapitel 6 gibt genauere Informationen zur Holzzerstörung durch Pilze.

Verschiedene Insektenarten benötigen unterschiedliche Befallsbedingungen. Es gibt Schädlinge, die nur waldfrisches Holz befallen, andere wiederum benötigen den trockenen Zustand des Holzes (vergl. Kapitel 6). Bei Befall wird das Holz durch die Larven der Insekten zerstört, die sich durchs Holz fressen, das ihnen als Nahrungsquelle und Nestsubstrat dient. Dabei verliert das Holz unter Umständen an Standsicherheit und wird durch die Ausfluglöcher, der am Ende des Entwicklungszyklusses ausfliegenden Insekten, optisch beschädigt.

Je nach Einsatzbereich bietet das Holz unterschiedliche Befallsbedingungen für holzschädigende und -zerstörende Organismen. Dementsprechend sind die möglichen Holzschutz-maßnahmen in Abhängigkeit von der jeweiligen Holzvervendung zu wählen.

Unter chemischem Holzschutz wird im folgenden ausschließlich der Schutz gegen Insekten und/ oder Pilze verstanden. Dies bedeutet, dass das Holzschutzmittel insekten- und oder pilzwidrige Wirkstoffe, sogenannte Biozide, enthält.

Bild 7-1 gibt einen Überblick über die verschiedenen Verwendungsbereiche des Holzes mit den möglichen Gefahrenquellen für das Holz und den schützenden bzw. pflegenden Maßnahmen.

Zu unterscheiden sind Oberflächenveredlungs-, Wetterschutz- und Holzschutzmittel. Wetterschutzmittel enthalten im Gegensatz zu den Oberflächenveredlungsmitteln wasserabweisende und UV-Licht absorbierende Komponenten. Holzschutzmittel im eigentlichen Sinne enthalten pilzwidrige und insektenwidrige Wirkstoffe. Diese Mittel dürfen nur fachgerecht verwendet werden, da die Wirkstoffe auch Einfluß auf den menschlichen Organismus haben.


spezieller Verwendungsbereich: Mögliche Wertminderung des Holzes durch: werterhaltende Maßnahmen des Holzes durch:
im Wohnbereich
Wohnbereich in neuzeitlichen Gebäuden: Holzfeuchte im Bereich von 10 % Minderung der Oberflächenqualität durch Verschmutzung und Vergrauung (keine Gefahr von Pilzbefall, i.d.R. keine Gefahr von Insektenbefall) Oberflächenveredlungsmittel zur Erleichterung der Pflege und Betonung der Holzstruktur. (chemischer Holzschutz ist völlig entbehrlich!)
Bad und Küche: Decken- und Wandbekleidungen wie oben, da heutzutage zu Trockenräumen gerechnet wie oben
Bad und Küche: direkte Spritzwasserbereiche Pilzbefall: Schimmel und spez. bei Nadelholz Bläue alternative Werkstoffe, wie Glas, Keramik, Fliesen sind klar im Vorteil
im Außenbereich
Kein direkter Witterungseinfluss durch Regen, Schlagregen, Spritzwasser Vergrauung der Oberfläche, Dimensionsänderungen, die zu Rissbildungen führen können Wetterschutzmittel (ohne chemische Wirkstoffe!) zum unmittelbaren Schutz der Oberfläche und zur Verzögerung von Feuchtigkeitsaufnahme.
Direkter Witterungseinfluss durch Regen, Schlagregen, Spritzwasser Vergrauung, Anstrichschäden, Dimensionsänderungen, Risse, Bläuepilze, holzzerstörende Pilze Chemische Holzschutzmittel mit Wirkstoffen gegen Pilz-und Insektenbefall in Form von Holzschutzimprägnierungen, -lasuren -grundierungen
Ständiger Erd- oder Wasserkontakt zusätzliche Gefährdung durch Moderfäulepilze Chemische Holzschutzmittel mit Wirkstoffen gegen Moderfaulepilze; Hölzer im Kesseldruckverfahren imprägnieren
Bild 7-1: Einsatzbereiche von Holz mit Beanspruchungsfolgen und Holzschutzmaßnahmen

Grundsätzlich sind konstruktive von chemischen Holzschutzmaßnahmen zu unterscheiden. Konstruktiver Holzschutz bedeutet, Holz derart zu verwenden, dass speziell für holzverfärbende und zerstörende Pilze keine Befallsmöglichkeiten gegeben sind. Die Holzfeuchte ist durch bauliche Maßnahmen kleiner als 20 % zu halten!

Chemischer Holzschutz zeichnet sich durch pilzwidrige und insektenwidrige Wirkstoffe aus, die vorbeugend oder bekämpfend ins Holz gebracht werden und ein Absterben der Organismen bewirken. Dies schließt ein, daß die giftigen Wirkstoffe auch schädigende Wirkung auf den Organismus des Menschen haben, wenn er mit den Wirkstoffen in Berührung kommt.

 

Chemische Holzschutzmittel gehören somit nicht in die Hände von Laien, sondern sollen von Fachleuten sachkundig eingesetzt werden!

 

Konstruktiver Holzschutz macht chemischen Holzschutz oft entbehrlich! Chemischer Holzschutz hingegen kann konstruktiven Holzschutz nicht ersetzen. Chemischer Holzschutz ist in der Regel ein Randschutz und kann bauliche Holzschutzmaßnahmen nur unterstützen.

 

Holzschutzmaßnahmen sollten nach folgendem Motto durchgeführt werden:

 

So viel konstruktiver Holzschutz wie möglich,

so wenig chemischer Hotzschutz wie nötig


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