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Laubhölzer mit Farbstreifen


Die Entscheidung für eine Holzart erfolgt im Ausstattungsbereich entweder nach ihrem Namen, mit dem ein bestimmtes Aussehen verbunden wird oder nur nach dem gewünschten Aussehen, ohne mit diesem eine bestimmte Holzart namentlich verbinden zu können. Hierbei können Hölzer mit einer bestimmten Farbigkeit, besonderen Struktur oder solche mit einer attraktiven Zeichnung bzw. Streifung gemeint sein. Aus diesem Grunde werden in diesem Merkblatt die Holzarten zusammengestellt, die durch farbige Streifen einer besonderen Vorstellung im dekorativen Bereich entsprechen.
 
   
Farbstreifen

Zahlreiche Holzarten können auf den Längsflächen farbige Streifen oder farbige Zonen aufweisen und den bildhaften Charakter eines Holzes wesentlich bestimmen. Für diese das Holzbild prägenden farbigen Streifen ist eigentümlich, daß sie in ihrem Vorkommen sowie in ihrer Deutlichkeit stark variieren können; daher ist es erforderlich, die jeweilige Ausprägung der Streifung vorher zu prüfen. - Auch Nadelhölzer können durch den farblichen Unterschied zwischen Früh- und Spätholz ein Streifenbild erhalten, es ist besonders regelmäßig und farblich einheitlich.

Entstehung

Farbige Streifen bzw. farbige Zonen entstehen durch eine erhöhte lokale Konzentration an farbigen Inhalten, die in oder an den Zellwänden abgelagert werden. Diese Ablagerungen können so dicht sein, daß es in den farbigen Streifen zu einer vollständigen Ausfüllung der Zellhohlräume kommt, wodurch sich die Härte sowie die Dichte dieser Zonen erhöht und die Trocknung beeinflußt werden kann. Da diese farbigen Inhalte mit der Kernbildung zusammenhängen, sind in den äußeren Stammpartien bzw. im Splint noch keine Streifenbilder zu erwarten. Die Gründe für das Entstehen der Farbstreifen und deren oft unterschiedliche Ausbildung sind noch unbekannt.

Streifenbild

Die die Längsstreifung verursachenden Farbzonen verlaufen auf den Querschnitten parallel zu den Zuwachszonen oder kreuzen diese mehr oder minder stark. Von dem Verlauf dieser Farbzonen auf dem Querschnitt ist das Streifenbild auf dem Längsschnitt direkt abhängig. So ergeben regelmäßig wiederkehrende, annähernd gleich breite und mit den Zuwachszonen parallel verlaufende Farbzonen bei radialem Anschnitt ein fast gleichmäßiges Streifenbild, wie z.B. häufig bei Zebrano zu beobachten ist. Dagegen ergeben auf dem Querschnitt wiederholt ungleich breite oder auch aussetzende Farbzonen ein eher unruhiges, aber oft sehr attraktives Holzbild auf den Längsschnitten, wie häufig bei Palisanderhölzern. - Mit den hier gemeinten Farbstreifen nicht zu verwechseln sind die durch einen starken Pilzbefall oder Einlauf hervorgerufenen Farbunterschiede.

Außer den durch farbige Inhalte hervorgerufenen Farbstreifen, können Streifen auch durch den Faserverlauf (Glanzstreifen) oder durch eine besondere Poren Verteilung (Porenstreifen) entstehen. Beide Formen werden zur Unterscheidung von den Farbstreifen nachfolgend kurz beschrieben:
Glanzstreifen Ein bei tropischen Laubhölzern verbreitetes Streifenbild wird durch den Wechseldrehwuchs hervorgerufen, wie z.B. bei Ayodire oder Sapelli. Diese durch ein Lichtspiel verursachte Streifung entsteht beim Anschneiden der streifenweise abwechselnd zur Oberfläche geneigten und somit von der Stammachse abweichenden Zellen. Hierbei wird das Licht entsprechend der unterschiedlichen Zellrichtungen auch unterschiedlich reflektiert, so daß stets ein anscheinend hellerer Streifen mit einem anscheinend dunkleren wechselt.
Porenstreifen

Eine andere Art des Streifenbildes entsteht beim radialen Anschnitt bzw. beim Quartierschnitt besonders porenreicher Frühholzzonen. Hierbei erscheint das porösere Frühholz durch Schattenbildungen stets dunkler als das dichtere und darum stärker reflektierende Spätholz, wie bei Eiche, Kirsche, Sen und anderen ringporigen Arten.

 
Laubhölzer mit Farbstreifen
Bahia Rosenholz

(Dalbergia deciputaris; Fam. der Leguminosen). - östliches Brasilien. *) 0,95 g/cm3; Kernholz gelblich bis blaß hellbraun und leicht aromatisch. Streifen hell rosenrot bis rotbraun, am starken Licht langsam verblassend; meist um 5 mm breit und teilweise in die Grundfärbung übergehend. -Durchmesser bis 15 cm.

*) Alle Gewichtsangaben als Darrgewicht

Boiré, Mambode (Detarium senegalense; D. macrocar-pum; Fam. der Leguminosen). - Westafrika.
0,7 g/cm3; Kernholz braun bis rötlichbraun, mattglänzend. Streifen dunkelbraun oder fast schwarz; bis 1 cm breit, teilweise verlaufend oder wolkig; -Harzaustritt möglich (vgl. Nußbaum und Austauschhölzer).
Bubinga, Kevazingo (Guibourtia demeusii u.a.; Fam. der Leguminosen). - Westafrika. 0,88 g/cm3; Kernholz hell weinrot bis purpur, häufig mit starkem Glanz. Streifen rotbraun bis dunkelviolett, teils in die Grundfärbung übergehend; überwiegend schmal, in unregelmäßigen Abständen und teilweise versetzt; (vgl. Bubinga/Kevazingo).
Ebiara, Esabem (Berlinia bracteosa u.a.; Fam. der Leguminosen). - Westafrika. 0,66 g/cm3; Kernholz blaßrosa bis hellbraun. Streifen rötlichbraun bis dunkelbraun, am starken Licht verblassend; bis 5 mm breit und deutlich begrenzt, in Abständen bis zu mehreren Zentimetern. Parallel zu den Farbstreifen liegende Gummiadern sind möglich.
Etimoe (Copaifera salikounda, C. mildbraedii; Fam. der Leguminosen), - Westafrika. 0,75 g/cm3; Kernholz braun und häufig mit starkem Glanz. Streifen dunkelbraun oder fast schwarz; bis 5 mm breit in meist unregelmäßiger Folge; - Ähnlich streifige Hölzer sind das westafrikanische Ntenevon Copaiferareligiosaund das verwandte Tchitola von Oxystigma oxyphyllum. - Harzaustritt möglich.
Imbuia (Ocotea porosa; Fam. der Lauraceen). -Südbrasilien.
0,65 g/cm3; Kernholz braun und mattglänzend. Streifen dunkelbraun bis fast schwarz; im Spätholz oft sehr regelmäßig und schmal, in unregelmäßig gewachsenen Hölzern auch stark wolkig. - Sehr ähnlich gestreift ist das australische Queensland Walnut von En-diandra palmerstoni sowie das indonesische Salimuli von Cordia subcordata (vgl. Nußbaum und Austauschhölzer).
Indian Laurel, Taukyian (Terminalia tomentosa u.a.; Fam. der Combretaceen). - Birma, Indien. 0,7 bis 0,8 g/cm3; Kernholz graubraun bis braun. Streifen dunkelbraun bis schwarz; bis 5 mm breit in oft unregelmäßigen Abständen. - Ein ähnliches Streifenbild kann vereinzelt bei starker Dunkelkernbildung im nahe verwandten Limba vorkommen (vgl. Limba).
Louro preto (Cordia glabrata; Fam. der Boraginaceen). - Südwest-Brasilien, Bolivien. 0,84 g/cm3; Kernholz braun, bei radialem Schnitt durch hellere Spiegel leicht schuppig. Streifen schwarz bis dunkelbraun und deutlich abgesetzt; meist bis 5 mm breit und oft in enger Folge. - Sehr ähnliche, streifige Hölzer sind das Canalete von Cordia gerascanthus aus Venezuela und Kolumbien sowie das Bocote aus Mexiko von Cordia elaeagnoides (vgl. Louro preto).

Makassar Ebenholz (Diospyros celebica, D. rumphii; Fam. der Ebenaceen). - Sulawesi. 0,95 g/cm3; Kernholz hell rötlichbraun bis braun. Streifen schwarz; bis 5 mm breit, unterschiedlich regelmäßig bis wolkig. - Ähnlich gestreift und farbig sind das nahe verwandte Bolongeta der Philippinen, von Diospyros pilosanthera und das Andamanen-Ebenholz von D, marmorata.
Nußhölzer

(Juglans regia, J. nigra u.a.; Fam. der Juglandaceen). - Europa, Asien, Amerika.
0,4 (J. cinerea) bis 0,7 g/cm3; Kernhölzer hell- bis graubraun, braun bis violettbraun. Streifen dunkelbraun; überwiegend durch dunkleres Spätholz verursacht, teils auch wolkig und in die Grundfarbe übergehend (vgl. Nußbaum und Austauschhölzer).

Ovengkol, Amazakoue

(Guibourtia ehie; Fam. der Leguminosen). - Westafrika,
0,76 g/cm3; Farbe des Kernholzes hellbraun bis olivbraun, oft mit Glanzstreifen. Farbstreifen dunkelbraun bis fast schwarz; bis 1 cm breit und teilweise verlaufend. - Ein sehr ähnliches Holz ist das nahe verwandte Mutenye von Guibourtia arnoldiana aus Kongo und Zaire (vgl. Nußbaum und Austauschhölzer und Ovengkol/Amazakoue).

Padouk (Pterocarpus macrocarpus, P. soyauxt'i u.a.; Fam. der Leguminosen). - Afrika, Asien.
0.6 bis 0,9 g/cm3; Kernhölzer hellbraun bis rotbraun, teilweise am Licht verblassend. Streifen rötlichbraun bis braun; bis 5 mm breit und häufig nicht scharf begrenzt oder durch Glanzstreifen überdeckt. - Ähnlich in Farbe, Zeichnung und Eigenschaften ist das Pau Rosa von afrikanischen Arten der Gattung Swartzia.
Paldao, Dao (Dracontomelum dao; Fam. der Anacardiaceen). - Philippinen. 0,66 g/cm3; Kernholz graubraun und oft mit deutlichem Glanz. Streifen braun bis fast schwarz und deutlich abgesetzt; meist um 5 mm breit und in unterschiedlich regelmäßiger Folge. -Ähnliche Hölzer aber auf mehr braunem Grund können Machang oder Mamuang von Mangifera indica aus Malaysia sein (vgl. Nußbaum und Austauschhölzer).
Palisander, Jacaranda

(Dalbergia nigra, D. latifoiia u.a., Machaerium scleroxylum u.a.; Fam. der Leguminosen). - Asien, Amerika. 0,8 bis 1,0 g/cm3; Kernhölzer gelblichbraun bis violett, teilweise am starken Licht verblassend. Streifen braun bis schwarz, unterschiedlich regelmäßig und breit, teils in besonderer Weise versetzt oder in die Grundfärbung übergehend. Ähnlich auch das mittelamerikanische Ziricote von Cordia dodecandra(vgl. Palisander/ Jacaranda).

Peterebi

(Cordia trichotoma; Fam. der Boragina-ceen). - Südl. Südamerika. 0,66 g/cm3; Kernholz hell- bis graubraun oder blaß oliv. Streifen dunkelbraun, häufig in die Grundfarben übergehend, unregelmäßig ausgebildet und oft mit weitem Abstand. - Ähnlich, aber meist deutlicher gestreift ist das birmanische Sandawa von Cordia fragrantis-sima (vgl. Louro preto und Nußbaum und Austauschhölzer).

Teak

(Tectona grandis; Fam. der Verbenaceen). - Südostasien. 0,62 g/cm3; Kernholz hellbraun bis braun, überwiegend einfarbig. Streifen dunkelbraun bis fast schwarz; häufig parallel zu den Porenstreifen verlaufend, bis 5 mm breit. Oft in weiten Abständen, von unregelmäßiger Form und in die Grundfärbung übergehend (vgl. Teak).

Tineo

(Weinmannia trichosperma; Fam. der Cunoniaceen). - Chile.

0,7 g/cm³; Kernholz rosa bis hell rötlichbraun. Streifen als dunkleres Spätholz sehr regelmäßig ausgebildet. - Das nord- und mittelamerikanische Red Gum von Liquidambar stryraciflua kann in der Streifung weitgehend ähnlich sein (vgl. Nußbaum und Austauschhölzer).

Violeta Palisander, Königsholz

(Dalbergia cearensis; Fam. der Leguminosen). - Östl. Brasilien.

0,91 g/cm³; Kernholz hell violettbraun, am starken Licht verblassend. Streifen dunkel purpurbraun bis fast schwarz; meist bis 3 mm breit, regelmäßig folgend und überwiegend scharf begrenzt. Durchmesser bis 15 cm.

Zebrano, Zingana

(Microberlinia brazzavillensis; Fam. der Leguminosen). - Westafrika.

0,73 g/cm³; Kernholz gelblichgrau bis blaß bräunlich. Streifen braun bis dunkelbraun; bis 5 mm breit und sich scharf von der Grundfärbung abhebend, Abstände meist um 1cm breit. Ähnlich gestreift aber mit meist geringerem Farbunterschied ist aus gleicher Region das Awoura von Paraberlinia bifoliata.


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