| Diese aus dem äußersten Süden Amerikas stammende Art gehört der auch von Neuseeland bis Neuguinea verbreiteten Gattung Nothofagus an. Von dieser sind die südamerikanischen Hölzer Rauli (Nothofagus alpina) und das Coigue (Nothofagus dombeyi) dem europäischen Markt schon seit langem bekannt; dagegen ist das Lenga eine erst neue Art. weil auf ihren schwierigen Standorten die bisherigen Einschlagbedingungen eine kontinuierliche und größere Produktion nicht zuließen. Die Vorräte und Eigenschaften des Lenga lassen erwarten, daß es die wichtigste Art dieser auch mit der Rotbuche (Fagus sylvatica) verwandten Gattung (Nothofagus) werden kann. | |
| Natürliche Verbreitung und botanische Bezeichnungen | Südliches Chile und Argentinien
Nothofagus pumilio; Familie der Fagaceen |
| Weitere Handelsnamen | Roble blanco (auch für andere Arten verwendet) |
| Kurzzeichen nach DIN 4076 Blatt 1 | In Vorbereitung |
| Beschreibung | |
| Stammform | Auf guten Standorten und bei dichtem Bestand geradschäftig und mit kurzen Wurzelanläufen. Astfreie Längen bei hiebreifen Durchmessern um 10 m, vereinzelt auch über 15 m; Durchmesser meist um 50 bis 80 cm, noch stärkere Stämme überalteter Bäume häufig mit Verfärbungen im inneren Kern. |
| Farbe und Struktur des Holzes | Splint hellgrau bis rosabraun und bis 3 cm breit; Kernholz nur schwach vom Splintholz unterschieden, blaß rosa bis hell gelblichbraun und mattglänzend; vereinzelt auch mit unscharf begrenzten bräunlichen Streifen. Der Farbunterschied zwischen Splint- und Kernholz ist beim saftfrischen Holz am deutlichsten. |
| Gesamtcharakter | Hellfarbiges und mattglänzendes sowie fein- und zerstreutporiges, glattes Holz mit Zuwachszonenstruktur, verschiedenen einheimischen Hölzern, wie Kirsche und Birke, ähnlich, aber deutlich von der verwandten Rotbuche abweichend. |
| Abweichungen | Auf ungünstigen Standorten teils mit unregelmäßigem Faserverlauf und Farbabweichungen. |
| Handelsformen | Schnittholz: Bis 100 mm stark, bis 20 cm breit und ab 1,8 m Länge. |
| Daten | |
| Gewicht | |
| - ungetrocknet (Rundholz) | ca. 830 kg/m³ |
| - darrtrocken | ca. 0,52 g/cm³ |
| Druckfestigkeit (lufttrocken) | ca. 43 N/mm² |
| Biegefestigkeit (lufttrocken) | ca. 88 N/mm² |
| Eigenschaften | Lenga ist ein noch |
| Oberflächenbehandlung | Lenga ist nach einem Schliff mit feiner Körnung mit allen Mitteln und Techniken vorteilhaft zu behandeln; es können beliebig matte, seidenmatte oder auch hochglänzende Flächen erzielt werden. Die Anwendung von Beizen bereitet, ohne das feine Spätholzbrldzu verdecken, keine Schwierigkeiten. |
| Verwendungsbereiche | Aufgrund der hervorragenden Bear-beitbarkeit und des ansprechenden Holzbildes ist Lenga als Vollholz (innen) im technischen und auch im dekorativen Bereich mit gutem Erfolg einsetzbar. Es ist besonders geeignet für Leisten, Rahmen, Kleinmöbel, Sitzmöbel und Möbelteile (auch profilierte und geschnitzte) sowie Stollen, Vorleimer und Griffstücke; außerdem für Profilbretter bei der Innenraumgestaltung oder für Spielzeug, Zierverpackungen und gedrechselte Gegenstände. Hierbei ist zu beachten, daß durch eine farbliche Oberflächenbehandlung gute Austauschmöglichkeiten für Amerikanisches Mahagoni, Kirschbaum oder Nußbaum bestehen. |
| Austauschhölzer | Für Kirschbaum, Birnbaum, Nußbaum, Rauli, Whitewood (Liriodendron tufipifera), Sweet Gum, Satin |
| Anmerkungen | Die anderen Hölzer der Gattung Nothofagus sind strukturell ähnlich, aber überwiegend härter, ausgenommen das mehr rötliche Rauli (Nothofagus alpina = procera) mit praktisch gleichen Festigkeitseigenschaften wie Lenga. |
| Literatur | Anonymus: Chilean forestry news, 1, 16, 1979; Santiago/Chile. |