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Melunak


Dieses in Südostasien schon seit längerer Zeit verwendete Handelsholz gehört in Europa zu einer noch wenig bekannten Gruppe von Schnitt- und Furnierhölzern; sie besteht aus mehreren botanischen Arten gleicher Gattung von sehr ähnlichen Eigenschaften und wird allgemein mit dem in Malaya heimischen Namen Melunak bezeichnet. - In der Farbe und Härte können diese Hölzerdem botanisch nahe stehenden Danta (Kotibe) aus Westafrika und verschiedenen Mahagoni-Hölzern ähnlich sein. Melunak gehört zu den in den Malaysian Grading Rules angebotenen Arten und kann als Schnittholz aus Malaysia und Indonesien bezogen werden.
 
   
Natürliche Verbreitung und botanische Bezeichnungen

Südostasien, besonders in Malaysia und Indonesien, selten auch in Thailand, Laos und Vietnam; andere Arten gleicher Gattung auch in Birma (siehe Anmerkungen).

 

Pentace adenophera, -bracteolata, -curtisii, -laxiflora, -macrophylla, -trip-tera u.a. (siehe Anmerkungen); Familie der Tiliaceen (früher auch in Sterculiaceen).

Weitere Handelsnamen

Balong ayan, Baru, Pinang, Sisiat, Takalis, Tassiet (siehe Anmerkungen).

Kurzzeichen nach DIN 4076 Blatt 1

In Vorbereitung.

   
Beschreibung  
Stammform Überwiegend geradschäftig und zylindrisch, vereinzelt auch mit schmalen Brettwurzeln. Durchmesser häufig um 0,5 m bis 0,7 m, maximal bis 1,2 m; astfreie Stämme von 7 m bis 14 m, meist um 9 m lang.
Farbe und Struktur des Holzes

Splint blaß gelblich bis blaß hellbraun und um 4 cm bis 7 cm breit. Frisches Kernholz farblich oft nur schwach vom Splint unterschieden, nach dem Übertrocknen rosabraun bis rotbraun und deutlich abgesetzt. Da es sich bei Melunak um mehrere botanische Arten handelt, kann die Farbtiefe deutliche Schwankungen aufweisen, ähnlich den Mahagoni-Hölzern. Später, bei anhaltender und starker Belichtung des trockenen Holzes ist, wie bei anderen rötlichen Hölzern auch, eine Aufhellung möglich. - Poren zerstreut, fein bis mittelgroß und auf glatten Längsflächen als Poren-Rillen noch erkennbar; sehr vereinzelt auch mit fast weißen, nicht-mineralischen Einlagerungen. - Holzstrahlen fein, auf glatten Querschnitten ohne Lupe nicht erkennbar; auf tangentialen Längsschnitten durch eine regelmäßige, stockwerkartige Anordnung {mit 1 bis 2 Stockwerken/mm) deutlich wahrnehmbar; die Spiegel sind ohne Einfluß auf das Holzbild. - Speicherzellen nur schwach ausgebildet und nicht strukturbildend. - Faserverlauf mit leichtem, oft aber starkem und regelmäßigem Wechseldrehwuchs, einen den Mahagoni-Hölzern ähnlichen und attraktiven Glanzstreifen verursachend. Zuwachszonen auf Querschnitten durch ein dichteres und dadurch dunkleres Spätholz angedeutet, auf Längsflächen das Holzbild kaum noch beeinflussend.

Gesamtcharakter Mäßig dichte und leicht porige Hölzer von überwiegend rötlichbrauner Farbe und oft deutlicher Glanzstreifung, äußerlich dem Sapelli oder dem Amerikanischen Mahagoni häufig sehr ähnlich (siehe: Anmerkungen).
Abweichungen Als Gruppen-Holzart besteht Melunak aus Hölzern mehrerer botanischer Arten und kann daher in Farbe, Porung und Dichte variieren. Spezifische Fehler sind nicht bekannt.
Handelsformen

Der Import des Melunak befindet sich noch in der Entwicklung und ist zur Zeit nur von Schnittholz bekannt.
Schnittholz; auf Anfrage auch Furniere Möbelteile und Profilhölzer (weitere Informationen in Malaysian Grading Rules, 1984).


Daten  
Gewicht  
- lufttrocken (Schnittholz)

ca. 0,66 g/m³

- darrtrocken ca. 0,59 g/cm³
Druckfestigkeit (lufttrocken) ca. (45) N/mm²
Biegefestigkeit (lufttrocken) ca. (90) kp/mm²
Aufgrund der im Melunak zusammengefassten botanischen Arten können die obigen Werte bis ca. ± 15% schwanken)
   
 
Eigenschaften

Die Hölzer des Melunak können nicht nur strukturell und farblich dem Sapelli, dem Amerikanischen Mahagoni, dem Tiama u.a. ähneln, sie können auch ähnliche technische Eigenschaften besitzten. Andererseits ist auf die teils deutlichen Farb- und Gewichtsunterschiede, bzw. Härteschwankungen hinzuweisen. Das Sägen, Hobeln, Fräsen und Bohren bereiten keine Schwierigkeiten; nur bei starkem Wechseldrehwuchs kann es, wie bei anderen Hölzern dieser Struktur auch, zum Ausreißen kommen. Für Schrauben und Nägel ist vorzubohren. Melunak ist messerbar. Leime halten gut, stark alkalische Mittel können zur Verfärbung führen. - Die technische Trocknung, wie auch die Freiluft- Trocknung, verlaufen langsam (Thyllen) wobei eine nur geringe Neigung zum Verziehen besteht. Das Stehvermögen ist trotz niedriger aber stark ungleicher Werte zwischen tangentialer und radialer Schwindung nur befriedigend; für größere oder maßhaltige Konstruktionen ist Riftschnitt zu empfehlen.

Das Kernholz von Melunak ist im trockenen Zustand geruchlos bis schwach säuerlich. - Die natürliche Widerstandsfähigkeit gegen einen Pilzbefall des Kernholzes ist befriedigend bis gut bei den dunkleren Qualitäten, vergleichbar mit schweren und dunklen Hölzern des Dark Red Meranti.

Oberflächenbehandlung

Nach den bisherigen Erfahrungen kann Melunak, wie andere rötliche Hölzer behandelt werden; matt bis stark glänzende Lacke ergeben bei Riftschnitt besonders ansprechende Streifen. Im Außenbau sind pigmentierte Holzschutz-Lasuren zu empfehlen.

Verwendungsbereiche

Vollholz: Das Kernholz kann im Außenbau für Rahmen (Riftschnitt), Wandbekleidungen sowie Unterschläge und im Ausstattungsbereich für Kleinmöbel, Möbelteile oder Gestelle für Sitzmöbel eingesetzt werden.
Furniere: Messerfurniere für hochwertige Möbel und Vertäfelungen, ähnlich Mahagoni-Hölzern.

Austauschhölzer

Teilweise einsetzbar wie Amerikanisches Mahagoni, Khaya, Sapelli, Sipo, Bosse, Danta und Dark Red Meranti.

Anmerkungen

In gleicher botanischer Gattung (Pentace) können das nur wenig vorkommende Holz der malaysischen Art P. eximia ein Darrgewicht bis 0,9 g/cm3 und das der indonchinesischen P. tonkinensis (Nghien) sogar 1,0 g/cm3 erreichen. - Das als Thitka bezeichnete und hauptsächlich in Birma vorkommende Holz von Pentace birmanica und P. griffithii gehört zu den besonders schönen dieser Gattung und wird fälschlich auch als Burmese Mahogany bezeichnet. Verschiedentlich wird Melunak schon beim Einschnitt dem Red Meranti, Nyatoh oder dem Mengkulang untergemischt und von lokalen Händlern als Talung bezeichnet

Literatur

Anonymus: The Malaysian Grading Rules for Sawn Hardwood Timber. - Malaysian Timber Board u. Ministry for Primary Industries., Kuala Lumpur/Malaysia 1984.
Burgess, P.F.; Timbers of Sabah. -Forest Department of Sabah, Sandakan/Malaysia 1966.
Dahms, K.-G.: Astatische, ozeanische und australische Exporthölzer. - DRW-Verlag, Stuttgart 1982.
Desch, H.E.: Manual of Malayan Timbers. - Malayan Forest Records No. 15, Malaya Publishing House, Singapore 1954.
Keating, W.G. & Bolza, E.: South-east Asia, Northern Australia and Pacific, Vol. 1. - CSIRO, Melbourne 1982.
Rodger, A.: A Handbook of the Forest Products of Burma. - Government Printing, Rangoon 1951.


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