a. Leimholzplatten - Alte Handwerkskunst in einem modernen Produkt
Bekanntlich ist die Brettbreite, die man aus einem Stamm erzeugen kann, begrenzt. Für größere Brettbreiten müssen einzelne Bretter aneinandergeleimt werden. Typisch moderne Produkte sind massive Leimholzplatten, die in großen Brettbreiten und -längen erhältlich sind. Bereits früher hat das Handwerk Leisten zu großen Platten nach ganz bestimmten Regeln zusammengeleimt, die gleichermaßen für die heutzutage industriell gefertigten Platten gelten. Die Gefahr des Verwerfens der Platten steigt prinzipiell mit zunehmender Breite der einzelnen Lamellen. Schmale Brettbreiten und das Aneinanderleimen der Lamellen unter Berücksichtigung bestimmter Jahrringstrukturen verringern das Arbeiten
der Platten.
In Bild 4-6 zeigen Beispiel (1) und (2), dass das Aneinanderleimen von linker und rechter Brettseite beim späteren Arbeiten des Holzes zu einer welligen Plattenform, bzw., dass das Aneinanderleimen von rechten Brettseiten nach oben zu einer gebogenen Plattenform führt. Dies verstärkt sich mit zunehmender Breite der Einzellamellen. Durch Auftrennen der Einzellamellen, läßt sich eine ebenere Plattenoberfläche erzielen, wie Beispiel (3) im Vergleich zu Beispiel (2) zeigt. Werden, wie in Beispiel (4), Kern-an-Kern Seiten und Splint-an-Splint-Seiten, jedoch rechte und linke Seite im Wechsel verleimt, ergibt sich die homogenste Oberfläche.
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Grundsätzlich gelten folgende Kriterien für die Beurteilung des Stehvermögens von Leimholz:
b. Herstellung von Sperrholzplatten
Sperrholzplatten bestehen mindestens aus drei aufein andergeleimten Holzlagen, wobei die
Faserrichtung benachbarter Lagen um 90° zueinander versetzt sind. Dadurch entsteht der
sogenannte Absperreffekt
:
Das von der anatomischen Richtung des Holzes (Faser, Holzstrahl, Jahrringrichtung)
abhängige Quellen und Schwinden bei Holzfeuchteänderungen unterhalb von Fasersättigung
wird abgesperrt.
Durch verkleinerte Holzquerschnitte und das Versetzen der Hauptschwundrichtung um
jeweils 90° (Bild 4-8) und das anschließende Verleimen können die einzelnen Schichten in
Länge und Breite theoretisch nur soviel schwinden, wie Holz in Faserrichtung schwindet.
Richtungsgebundene Festigkeitseigenschaften, wie die Biegefestigkeit, werden ebenfalls
homogenisiert.
Als typische Sperrholzplatten sind in Bild 4-8 eine 3-lagige Furnierplatte, eine Tischler- und eine Stäbchenplatte abgebildet. Furnierplatten mit mehr als 15 Lagen werden als sogenannte
Multiplexplatten gehandelt. Sie sind extrem formstabil und hart und werden beispielsweise als
Arbeits- und Werkbankplatten verwendet.
Bei Spanplatten (Bild 4-8) und speziell bei Faserplatten ist der Holzverbund
aufgelöst. Aus diesem Grund weisen diese Platten homogenisierte technische Eigenschaften, wie Quell- und Schwindeigenschaften bzw. Festigkeitseigenschaften auf.
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