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Rote Meranti


Blatt 5rotesmeranti

Red Meranti

Das Handelssortiment Rotes Meranti enthält einen großen Teil der hell bis dunkel rotbraunen Hölzer der zahlreichen asiatischen Shorea-Arten. Innerhalb dieser Gruppe bestehen deutliche Unterschie­de in Farbe sowie biologischen und technischen Eigenschaften, die zunächst zu einer praxisbezo­genen Unterteilung nach Farbe und Rohdichte in Dark Red Meranti und Light Red Meranti führte, die bereits einen Hinweis auf die verschiedenen Verwendungsmöglichkeiten darstellte. Aufgrund der Übernutzung des in Europa bevorzugten Sortiments Dark Red Meranti, in Verbindung mit der Um­stellung von Rund- und Schnittholzexporten auf Halbfertigprodukte (überwiegend verklebte Kanteln für Fenster und Türen), hat sich jedoch das Färb- und Rohdichteprofil zum helleren und leichteren Holz verschoben, so dass die in den Malaysian Grading Rules von 1984 niedergelegte Differenzie­rung in Dark und Light Red Meranti nicht mehr praktikabel ist. Untersuchungen an aus Malaysia und Indonesien importierten Fensterkanteln (Gütegemeinschaft 1998) haben eine Spannweite der Roh­dichte (u=12%) von 0,27 bis 0,58 g/cm3 ergeben, mit dem weitaus überwiegenden Anteil des Holzes im Bereich zwischen 0,38 und 0,47 g/cm3. Die folgende Beschreibung berücksichtigt deshalb nur das heute importierte Sortiment, das gemeinhin als Rotes Meranti vermarktet wird.

 
   
Natürliche Verbreitung und botanische Bezeichnungen

Südostasien, überwiegend Malaysia und Indonesien

Shorea, Untergattung rubroshorea, Familie Dipterocarpaceae

Weitere Handelsnamen

Red meranti (MY), red seraya (MY-SAB), meranti merah

(ID), red lauan (PH), sowie zahlreiche Lokalnamen in den verschiedenen Wuchsregionen
Kurzzeichen nach DIN EN 13556 SHDR (Dark Red Meranti); SHLR (Light Red Meranti)
   
Beschreibung  
Farbe und Struktur des Holzes Splint 5 bis 10 cm breit und gelblich weiß; Kernholz nur unvollkommen ausgebildet und vom Splint kaum unterscheidbar, gelblich (strohfarben) und mit mattem Glanz (vgl. Abweichungen); neben den vom Standort bedingten Abweichungen sind Verfärbungen durch Pilzbefall und Einlauf möglich. Zuwachszonen nur auf Querschnitten noch schwach als unscharfe Ringe wahrzunehmen. Poren meist wenig zahlreich, grob und zerstreut angeordnet, nur an den Grenzen der Zuwachszonen oft von unterschiedlicher Häufigkeit; Porenrillen auf den Längsflächen gut sichtbar und meist leicht gewunden, das Holzbild beeinflussend. Markstrahlen nur als mehrere Millimeter hohe Spiegel gut erkennbar.
Speicherzellen, obwohl besonders zahlreich in feinen Bändern ausgebildet, sind nur durch ihre regelmäßige, stockwerkartige Anordnung auf glatten oder tangential gespaltenen Flächen als feines, quer zur Faserrichtung verlaufendes Raster (3/mm) noch gut erkennbar; hierdurch ist Abachi von anderen ähnlichen Hölzern leicht unterscheidbar. Faserverlauf schwach oder unregelmäßig wechseldrehwuch-sig, nur teilweise einen regelmäßigen Glanzstreifen hervorrufend.

Splint hellgrau bis blass rosa, Kernholz blass rosabraun bis mittel rotbraun. Harzkanäle in allen Arten vorhanden, auf dem Querschnitt in meist ringförmiger Anord­nung, teils auch in kurzen tangentialen Bändchen. Auf der Oberfläche können die Kanäle durch aus­kristallisiertes, weißes Harz auffällige, kreidige Fladern oder Streifen bilden. Zuwachszonen meist nicht erkennbar. Das trockene Holz ist ohne spezifischen Geruch.

Gesamtcharakter

Strukturell überwiegend homogenes, in Dichte und Farbe jedoch stark variables Holz von grober Textur; Holzbild schlicht; mit mehr oder weniger deutlichen Glanzstreifen durch Wechseldrehwuchs auf radialen Oberflächen.

Abweichungen

Wie bei allen harzführenden Hölzern der Familie Dipterocarpaceae können auch bei Rotem Meranti dunkle, unter Wärmeeinwirkung längere Zeit zum Ausbluten neigende Harzka­näle vorkommen. Kleine Wurmlöcher von Frischholzinsekten (pin holes) kommen häufiger vor; sie beeinträchtigen die mechanischen Festigkeit nicht, sollten aber auf Sichtflächen ausgekittet werden. Kurzbrüchiges (brittleheart) oder wolliges Holz im inneren Kern ist bei sehr leichten Qualitäten möglich und muss vor der Verarbeitung aussortiert werden.


Rotesmerantieigen
Bangkirai
 
   
Bearbeitbarkeit:

Die überwiegend hellfarbigen und eher leichten Hölzer sind mit allen Hand- und Maschinenwerkzeugen gut zu bearbeiten, zu schälen und zu messern. Das Holz ist problemlos zu nageln, zu schrauben und zu verleimen. Die Oberflächenbehandlung bereitet keine Schwierigkeiten, das Holz ist gut zu beizen und zu lasieren; vor dem Lackieren sind Porenfüller erforderlich.

Trocknung:

Die Schwindwerte liegen im mittleren Bereich und ergeben ein mittleres bis gutes Steh­vermögen. Die technische Trocknung verläuft rasch, erfordert jedoch eine vorsichtige Steuerung, um Verformung und Rissbildung zu reduzieren.

Natürliche Dauerhaftigkeit:

Die Einstufung des Kernholzes in die Dauerhaftigkeitsklasse 3-4 (mä­ßig bis wenig dauerhaft) gilt für den Rohdichtebereich von 0,49—0,55 g/cm3. Nach den Richtlinien des RAL Gütezeichens (Gütegemeinschaft 2007) wird für Holz im Rohdichtebereich von 0,40—0,48 g/cm3 ein chemischer Holzschutz vor der Beschichtung grundsätzlich empfohlen (bedingt zugelas­sen für den Fensterbau). Rotes Meranti unter 0,40 g/cm3 erfüllt nicht die Mindestanforderungen des RAL Gütezeichens in Bezug auf die Rohdichte und die daraus annähernd ableitbare geringe natür­liche Dauerhaftigkeit: es ist für den Fensterbau nicht zugelassen.

 Verwendung

 

Rotes Meranti kommt mittlerweile fast ausschließlich in Form von Halbfertig- oder Fertigprodukten auf den europäischen Markt, überwiegend als verleimte Rohkanteln für den Rah­menbau (Fenster und Türen) sowie als Sperrholz für die Möbelfertigung. Gelegentliche Schnittholz-importe von qualitativ hochwertigem Holz (Dark Red Meranti) werden massiv im Rahmenbau, als Konstruktionsholz für mittlere Beanspruchung im Innen- und Außenbau sowie für Treppen und Mö­belteile eingesetzt. Weitere Anwendungen wie Wand- und Deckenverkleidungen, Blindfurniere und Verpackungen sind von untergeordneter Bedeutung.

 

 


 
   

 Anmerkungen:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Literatur:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Für die Verwendung von Rotem Meranti ist die Rohdichte das wichtigste Kriterium, da sie sowohl die technischen wie auch biologischen Eigenschaften entscheidend beeinflusst. Nach den von der Gütegemeinschaft Holzfenster und -Haustüren e.V. (1998) beauftragten Untersuchun­gen verringern sich z.B. bei einem Rückgang der Rohdichte von 0,45 g/cm3 auf 0,35 g/cma die Biegefestigkeit um 12%, der Biege-E-Modul um 20%, die Schrauben- und Nagelauszugsfestigkeit um 18% bzw. 27% und die Brinellhärte (1) um 33%. Auch die Pilzresistenz nimmt mit der Rohdichte ab, so dass Holz mit einer Rohdichte unter 0,49 g/cm3 der Dauerhaftigkeitsklasse 4-5 zugeordnet werden muss (Gütegemeinschaft 2007).

 

Anonymus (s.a.): Juglans nigra (black walnut). Techology Transfer Fact Sheet. Center for Wood Anatomy Research. USDA Forest Service, Forest Products Laboratory, Madison/Wl USA. (http://www2.fpl.fs.fed.us/).

CIRAD-Foret 2003: Fiches techniques, Meranti Dark Red. TROPIX 5.0. CIRAD Forestry Department, Montpellier, France. (http://tropix.cirad.fr/index.htm)

Gütegemeinschaft Holzfenster und -Haustüren e.V. 2007: VFF-Merkblatt HO.06-1. Holzarten für den Fensterbau Teil 1: Eigenschaften Holzartentabelle. Verband der Fenster und Fassadenhersteller e.V., Frankfurt/Main.

Gütegemeinschaft Holzfenster und-Haustüren e.V. 1998: Untersuchungen zur Rohdichteuntergrenze von Red Meranti für den Fensterbau. Fachhochschule Eberswalde. Fachbereich Holztechnik, 30 pp.

Kucera, L.J. & B. Gfeller 1994: Einheimische und fremdländische Nutzhölzer. Eigenverlag, Zürich und Biel. Seil, J. 1989: Eigenschaften und Kenngrößen von Holzarten. Lignum, Baufachverlag AG Zürich.

Soerianegara, I. & R.H.M.J. Lemmens (eds) 1993: Plant resources of South-East Asia 5. (1) Timber trees: Major commercial timbers. Pudoc Scientific Publishers, Wageningen, p. 384ff.

 

 

 

 

 


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