| Die Handelsbezeichnungen Urat mata oder White Seraya gelten für eine in Südostasien verbreitete Gruppe nahe verwandter Baumarten, deren Hölzer für den europäischen Import zunehmend an Bedeutung gewonnen haben. In den Handel kommen vorwiegend Kontingente von Nordborneo, zu geringeren Anteilen von Kalimantan, Sumatra und der Malayischen Halbinsel. Urat mata steht den Meranti-Hölzern botanisch nahe und wird in bestimmten Verwendungsbereichen wie Rotes Meranti eingesetzt. Bedingt durch die heterogene Zusammensetzung (verschiedene botanische Arten) zeigt Urat mata deutliche verwendungstechnische Unterschiede, so daß im Handel meist zwei Untergruppen gebildet werden. Die Trennung in Arten- bzw. Handelsgruppen wird, wie bei Rotem Meranti, nach Farbe und Gewicht vorgenommen. 1. Urat mata / White Seraya: Hölzer von geringem bis mittlerem Gewicht (400-650 kg/m3 bei 15% Holzfeuchte) mit einem blaß gelblich- bis rosabraunen Kern. Hierzu zählen bestimmte Arten der Gattung Parashorea (Familie Dipterocarpaceae), im Einzelfall auch solche der verwandten Gattung Shorea. Hölzer dieser Gruppe sind dem Light Red Meranti (Gattung Shorea, Untergattung Rubroshorea) in Aussehen und Eigenschaften sehr ähnlich. | |
| Natürliche Verbreitung und botanische Bezeichnungen | 1. Philippinen, Borneo 1. Parashorea macrophylla, P. malaanonan (= P. plicata), P. tomentella; Shorea contorta (= Pentacme contorta, P. mindanensis)* |
| Weitere Handelsnamen | 1. White Lauan |
| Kurzzeichen nach DIN 4076 Blatt 1 | SEW (für beide Gruppen) |
| Beschreibung | |
| Stammform | Sehr regelmäßig, geradschäftig und zylindrisch, häufig mit bis zu 5 m hohen Wurzelanläufen. Astfreie Stämme bis 20 m Länge und bis 1.50 m Durchmesser. |
| Farbe und Struktur des Holzes | Splint hell gelblichgrau, bis 10 cm breit. Kernholz je nach Gruppe unterschiedlich: hell gelblich-bis hell rosabraun (1.); gelb- bis olivbraun und unter Lichteinfluß nachdunkelnd, gelegentlich mit feinen, dunklen Farbstreifen; Oberflächen leicht glänzend (2.). Poren gleichmäßig über den Querschnitt verteilt, grob und zahlreich. Holzstrahlen als Spiegel auf radialen Flächen deutlich erkennbar. Harzkanäle, in Faserrichtung verlaufend und in meist weit auseinanderliegenden tangentialen Bändern angeordnet, farblich kaum vom Holz abgesetzt. Wechseldrehwuchs unterschiedlich stark ausgeprägt. Trockene Hölzer ohne spezifischen Geruch. |
| Gesamtcharakter | Grob- bis mittelgrob strukturierte, deutlich porige und innerhalb der Gruppen farblich sehr einheitliche Hölzer mit meist schlichtem Holzbild. |
| Abweichungen | Feine Wurmlöcher von Frischholzinsekten (Befall häufig schon am stehenden Stamm) in Kern- und Splintholz, meist kleiner als 1 mm; Kurzbruchigkeit (brittle heart) im inneren Kern bei (1 .) |
| Handelsformen | Rundholz in Durchmessern von 0.6 bis 1.10 m (maximal 1.50 m) und Längen von 3 bis 8 m (Rundholzexporte nur von Nordborneo); Schnittholz, luft- und kammergetrocknet; 26-130 mm stark, ab 8,5 cm Breite und 2,5 m Länge. Massivprofile, Leisten, Sperrholz. |
| Daten | ||
| Gewicht | 1. Urat mata | 2. Urat Mata Batu |
| - frisch | 650-1000 kg/m³ | 800-1100 kg/m³ |
| - darrtrocken | 0,38-0,63 g/cm³ | 0,60-0,78 g/cm³ |
| Druckfestigkeit (lufttrocken)** | 57-77 N/mm² | 74-94 N/mm² |
| Biegefestigkeit (lufttrocken)** | 33-47 N/mm² | 42-57 N/mm² |
| ** lufttrocken (Holzfeuchte 12-15%) | ||
| Eigenschaften | Die leichten Hölzer (1.) lassen sich mit allen Werkzeugen und Maschinen gut bearbeiten und schälen. Die Verarbeitung der schwereren Hölzer (2.) erfordert einen höheren Kraftaufwand, das Schälen macht ein voriges Dämpfen erforderlich. Hobeln von radialen Flächen erfordert vesondere Sorgfalt, um wollige (1.) bzw. rauhe (2.) Oberflächen zu vermeiden. Harzige Inhalte beeinträchtigen die Bearbeitung allgemein kaum. Alle Verleimungen sind von guter Haltbarkeit. Nageln und Bohren bereitet keine Schwierigkeiten. Die Trocknung verläuft bei den leichten Hölzern (1.) mäßig schnell ohne schwerwiegende Fehler. Die schweren Hölzer (2.) dagegen trocknen langsam und neigen zu Verzeihen und Rissbildung. Die Höhe der Schwindung liegt im mittleren Bereich und ergibt ein noch gutes (1.) bzw. befreidigendes Stehvermögen (2.), das jedoch vom Grad des Wechseldrehwuchses wesentlich beeinflusst wird. Die Resistenz des ungeschüzten Kernholzes gegen Pilzbefall ist generell niedrig und nicht ausreichend für den Außenbau oder eine Verwendung in Feuchträumen. Eine tiefenwirksame Schutzbehandlung ist ist wegen der geringen Durchlässigkeit des Holzes (2.) auch bei Anwendung technischer Verfahren schwierig. | |
| Oberflächenbehandlung | Klarlackierungen, Lasuranstriche und Decklakiereung sowie Beizen und Wachsen sind nach entsprechender Trocknung und Oberflächenbearbeitung ohne Probleme durchführbar. Die überwiegend grob strukturierten Hölzer machen für | |
| Verwendungsbereiche | Vollholz: Konstruktionsholz im Innenausbau bei geringer bis mittlerer Beanspruchung, z. B. für Rahmenwerk, Möbel, Regale, Paletten, Verpackungen (1. und 2.); die schwereren Hölzer (2.) auch für Fußböden (Dielen, Parkett). | |
| Austauschhölzer | 1. Urat mata: Als Vollholz und Schälfurnier ähnlich zu verwenden wie llomba, Limba/Fraké, Light Red Meranti, Gelbes Meranti, Weißes Meranti, Onzabili, Okoumd und vergleichbare Hölzer der Familie Burseraceae, Virola. Für einen optimalen Einsatz müssen jedoch im Einzelfall unterschiedliches Gewicht, Gehalt an stumpfenden Kieseleinlagerungen, Abmessungen der Stämme und Aspekte der Wirtschaftlichkeit der auszutauschenden Hölzer berücksichtigt werden. 2. Urat mata batu: Als Vollholz im Innenausbau (siehe Anmerkungen) ähnlich zu verwenden wie Eiche und Austauschhölzer, Keruing, Kapur sowie Dark Red Meranti wenn Farbe kein Auswahlkriterium ist. | |
| Anmerkungen | Das Sortiment | |
| Literatur | Choo, K.T & C. Lim (1986): Malaysian Timbers — Gerutu. Timber Trade Leaflet No. 101. MTIB and FRIM, Kuala Lumpur, 8 p. | |