Seraya White
| Die Handelsbezeichnungen Urat mata oder White Seraya
gelten für eine in Südostasien verbreitete Gruppe nahe verwandter Baumarten,
deren Hölzer für den europäischen Import zunehmend an Bedeutung gewonnen haben.
In den Handel kommen vorwiegend Kontingente von Nordborneo, zu geringeren
Anteilen von Kalimantan, Sumatra und der Malayischen Halbinsel. Urat mata steht
den Meranti-Hölzern botanisch nahe und wird in bestimmten Verwendungsbereichen
wie Rotes Meranti eingesetzt. Bedingt durch die heterogene Zusammensetzung
(verschiedene botanische Arten) zeigt Urat mata deutliche verwendungstechnische
Unterschiede, so daß im Handel meist zwei Untergruppen gebildet werden. Die
Trennung in Arten- bzw. Handelsgruppen wird, wie bei Rotem Meranti, nach Farbe
und Gewicht vorgenommen.
1. Urat mata / White Seraya: Hölzer von geringem bis mittlerem Gewicht
(400-650 kg/m3 bei 15% Holzfeuchte) mit einem blaß gelblich- bis rosabraunen
Kern. Hierzu zählen bestimmte Arten der Gattung Parashorea (Familie
Dipterocarpaceae), im Einzelfall auch solche der verwandten Gattung Shorea.
Hölzer dieser Gruppe sind dem Light Red Meranti (Gattung Shorea, Untergattung
Rubroshorea) in Aussehen und Eigenschaften sehr ähnlich. 2. Urat mata batu /
Heavy White Seraya: Hölzer von mittlerem bis hohem Gewicht (640-800 kg/m3 bei
15% Holzfeuchte) mit gelblich-braunem Kern. Hierzu zählen ausschließlich Arten
der Gattung Parashorea. Hölzer dieser Gruppe sind leichteren Qualitäten von
Selangan batu (Gattung Shorea, Untergattung Shorea) äußerlich sehr
ähnlich. |
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| Natürliche Verbreitung und botanische
Bezeichnungen |
1. Philippinen, Borneo 2. Indochina (Kambodscha, Laos, Vietnam), Burma,
Thailand, Malayische Halbinsel, Sumatra, Bomeo.
1. Parashorea macrophylla, P. malaanonan (= P. plicata), P. tomentella;
Shorea contorta (= Pentacme contorta, P. mindanensis)* 2. Parashorea aptera,
P. densiflora, P. lucida, P. parvifolia, P. smythiesii, P. stellata. Familie der
Dipterocarpaceae * siehe Anmerkungen |
| Weitere Handelsnamen |
1. White Lauan", Bagtikan* (Pl); Seraya puteh (Sarawak); White meranti',
Pendan (IND); Weißes Seraya, Weißes Lauan* (D). 2. Gerutu, Meranti gerutu
(MAL); Khai kheo, Khiansai (THAI); Thinkadu, Tavoy wood (BIR), Cho chi (VIE),
May nao (LAO). |
| Kurzzeichen nach DIN 4076 Blatt
1 |
SEW (für beide Gruppen) |
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| Beschreibung |
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| Stammform |
Sehr regelmäßig, geradschäftig und zylindrisch, häufig mit bis zu
5 m hohen Wurzelanläufen. Astfreie Stämme bis 20 m Länge und bis 1.50 m
Durchmesser. |
| Farbe und Struktur des
Holzes |
Splint hell gelblichgrau, bis 10 cm breit. Kernholz je nach Gruppe
unterschiedlich: hell gelblich-bis hell rosabraun (1.); gelb- bis olivbraun und
unter Lichteinfluß nachdunkelnd, gelegentlich mit feinen, dunklen Farbstreifen;
Oberflächen leicht glänzend (2.). Poren gleichmäßig über den Querschnitt
verteilt, grob und zahlreich. Holzstrahlen als Spiegel auf radialen Flächen
deutlich erkennbar. Harzkanäle, in Faserrichtung verlaufend und in meist weit
auseinanderliegenden tangentialen Bändern angeordnet, farblich kaum vom Holz
abgesetzt. Wechseldrehwuchs unterschiedlich stark ausgeprägt. Trockene Hölzer
ohne spezifischen Geruch. |
| Gesamtcharakter |
Grob- bis mittelgrob strukturierte, deutlich porige und innerhalb
der Gruppen farblich sehr einheitliche Hölzer mit meist schlichtem Holzbild.
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| Abweichungen |
Feine Wurmlöcher von Frischholzinsekten (Befall häufig schon am
stehenden Stamm) in Kern- und Splintholz, meist kleiner als 1 mm;
Kurzbruchigkeit („brittle heart) im inneren Kern bei (1 .) |
| Handelsformen |
Rundholz in Durchmessern von 0.6 bis 1.10 m (maximal 1.50 m) und Längen von 3
bis 8 m (Rundholzexporte nur von Nordborneo); Schnittholz, luft- und
kammergetrocknet; 26-130 mm stark, ab 8,5 cm Breite und 2,5 m Länge.
Massivprofile, Leisten, Sperrholz. |
| Daten |
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| Gewicht |
1. Urat mata |
2. Urat Mata Batu |
| - frisch |
650-1000 kg/m³ |
800-1100 kg/m³ |
| - darrtrocken |
0,38-0,63 g/cm³ |
0,60-0,78 g/cm³ |
| Druckfestigkeit (lufttrocken)** |
57-77 N/mm² |
74-94 N/mm² |
| Biegefestigkeit (lufttrocken)** |
33-47 N/mm² |
42-57 N/mm² |
| ** lufttrocken (Holzfeuchte 12-15%) |
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| Eigenschaften |
Die leichten Hölzer (1.) lassen sich mit allen Werkzeugen und Maschinen gut
bearbeiten und schälen. Die Verarbeitung der schwereren Hölzer (2.) erfordert
einen höheren Kraftaufwand, das Schälen macht ein voriges Dämpfen erforderlich.
Hobeln von radialen Flächen erfordert vesondere Sorgfalt, um wollige (1.) bzw.
rauhe (2.) Oberflächen zu vermeiden. Harzige Inhalte beeinträchtigen die
Bearbeitung allgemein kaum. Alle Verleimungen sind von guter Haltbarkeit. Nageln
und Bohren bereitet keine Schwierigkeiten. Die Trocknung verläuft bei den
leichten Hölzern (1.) mäßig schnell ohne schwerwiegende Fehler. Die schweren
Hölzer (2.) dagegen trocknen langsam und neigen zu Verzeihen und Rissbildung.
Die Höhe der Schwindung liegt im mittleren Bereich und ergibt ein noch gutes
(1.) bzw. befreidigendes Stehvermögen (2.), das jedoch vom Grad des
Wechseldrehwuchses wesentlich beeinflusst wird. Die Resistenz des ungeschüzten
Kernholzes gegen Pilzbefall ist generell niedrig und nicht ausreichend für den
Außenbau oder eine Verwendung in Feuchträumen. Eine tiefenwirksame
Schutzbehandlung ist ist wegen der geringen Durchlässigkeit des Holzes (2.) auch
bei Anwendung technischer Verfahren schwierig. |
| Oberflächenbehandlung |
Klarlackierungen, Lasuranstriche und Decklakiereung sowie Beizen und Wachsen
sind nach entsprechender Trocknung und Oberflächenbearbeitung ohne Probleme
durchführbar. Die überwiegend grob strukturierten Hölzer machen für
"geschlossene" Oberflächen eine Porenfüllung erforderlich. |
| Verwendungsbereiche |
Vollholz: Konstruktionsholz im Innenausbau bei geringer bis mittlerer
Beanspruchung, z. B. für Rahmenwerk, Möbel, Regale, Paletten, Verpackungen (1.
und 2.); die schwereren Hölzer (2.) auch für Fußböden (Dielen,
Parkett). Schälfurnier: als Sperrholz für Verschalungen, flächige
Verkleidungen (Vertäfelungen), Füllungen, Böden, Rückwände etc |
| Austauschhölzer |
1. Urat mata: Als Vollholz und Schälfurnier ähnlich zu verwenden wie llomba,
Limba/Fraké, Light Red Meranti, Gelbes Meranti, Weißes Meranti, Onzabili, Okoumd
und vergleichbare Hölzer der Familie Burseraceae, Virola. Für einen optimalen
Einsatz müssen jedoch im Einzelfall unterschiedliches Gewicht, Gehalt an
stumpfenden Kieseleinlagerungen, Abmessungen der Stämme und Aspekte der
Wirtschaftlichkeit der auszutauschenden Hölzer berücksichtigt werden.
2. Urat mata batu: Als Vollholz im Innenausbau (siehe Anmerkungen) ähnlich zu
verwenden wie Eiche und Austauschhölzer, Keruing, Kapur sowie Dark Red Meranti
wenn Farbe kein Auswahlkriterium ist. |
| Anmerkungen |
Das Sortiment „White Lauan, Bagtikan" aus den Philippinen kann neben Hölzern
der Gattung Parashorea auch solche der nahe verwandten Gattung Shorea enthalten,
wenn sie in Farbe und Gewicht ersteren entsprechen. In Indonesien (Kalimantan)
werden Hölzer der Gattungen Parashorea (-> White Seraya) bzw. Shorea,
Untergattung Anthosho-rea (-> White Meranti) nicht konsequent getrennt. Dies
kann zu Problemen führen, da bei letzteren die Trockenbearbeitung durch
stumpfende Kieseleinlagerungen erheblich erschwert sein kann. Die für Rotes
Meranti und Urat mata gleichermaßen vorgenommene Aufteilung nach Farbe und
Gewicht in zwei Handelsortimente (Light Red Meranti/Dark Red Meranti bzw. Urat
mata/Urat mata batu) legt einen Austausch der einander technisch entsprechenden
Gruppen nahe. Im Innenausbau ist dies auch möglich, wenn es nicht auf die
Holzfarbe ankommt. Im Außenbau, z. B. für Fenster und Türen, ist jedoch Urat
mata/Urat mata batu wegen der geringen natürlichen Pilzresistenz kein geeigneter
Ersatz für Rotes Meranti. |
| Literatur |
Choo, K.T & C. Lim (1986): Malaysian Timbers — Gerutu. Timber Trade
Leaflet No. 101. MTIB and FRIM, Kuala Lumpur, 8 p. Dahms, K.G. (1982):
Asiatische, ozeanische und australische Exporthölzer. DRW Verlag, Stuttgart, 304
p. Durand, P. Y. (1985): Commercial Nomenclature of Shorea and Parashorea.
Bois et Forets des Tropiques No. 210, p. 59-66. Espiloy, E.B. (1975): The
mechanical properties of Bagtikan from Sibul, Bulacan, Forpride Digest 4 (1), p.
59-61. Gottwald, H. (1968): L´Identification et l'appelation des bois de
Lauan et de Meranti. Bois et Forets des Tropiques No. 121, p.35-45. Laming,
P. (1974): White Seraya. Houtinstituut TNO, Delft. N.N. (1960): Parashorea
malaanonan (Blanco) Merr. FPRL Princes Risborough, Aylesbury, 6 p. N.N.
(1985): White Lauan and White Seraya. Bois et Forets des Tropiques No. 210,
p. 79-88. |
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