Thermografie ist eine fotografische Technik zur Darstellung von Wärmestrahlung. Alle festen Oberflächen strahlen langwelliges Infra-Rot-Licht ab, das in Abhängigkeit von der Temperaturhöhe immer heller strahlt. Wenn die Temperatur etwa 500 °C übersteigt, kann man das Leuchten mit eigenen Augen als Glühen sehen.
Mit speziellen Kameras kann diese Infrarotstrahlung aufgezeichnet und damit die Temperatur aus der Ferne ermittelt werden. Die Thermografie benötigt hierfür spezielle Sensoren, der Infrarotfilm ist hierbei ungeeignet, da er auf das langwellige (ca .10 µm) Infrarotlicht nicht reagiert.
Für die Thermografie werden spezielle Kameras eingesetzt, sog. Scanner- oder Wärmebildkameras. Eine Wärmebildkamera nach dem Scannerprinzip ist ein Gerät, daß das Thermogramm mittels eines einzigen Sensors erzeugt. Dazu wird das Bildmotiv mit zwei Schwenkspiegeln horizontal und vertikal abgetastet, entsteht also mechanisch.
Daneben gibt es auch noch die Echtzeit-Thermografie; darunter versteht man Wärmebildaufnahmen in der normalen Videofrequenz, also mit 25 Bildern pro Sekunde. Das erreicht man mit Kameras, die spezielle Flächensensoren für das thermische IR benutzen. Voraussetzung für gute Ergebnisse ist ein Temperaturunterschied von mindestens 10 Grad Celsius, daher wird eine Thermografie in der Regel zwischen September und April durchgeführt.
Einsatzzwecke in der Bauwirtschaft:
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Verborgenes Fachwerk wird sichtbar. |
Fachwerkerkennung: Holzbalken haben eine geringere Wärmeabstrahlung als Mauerwerk. Die Thermografie zeigt daher verborgenes Fachwerk unter Putz; z. Teil sogar mit etwaigen vorhandenen Holzschäden.
Die weißen und die roten Flächen (Fenster, Ausfächerung) kennzeichnen im nebenstehenden Foto eine mangelhafte Wärmeisolation. Die blauen Flächen geben eine geringe Wärmeabstrahlung wieder, entweder weil die Wärmeisolation des Wandteiles in Ordnung ist oder weil der dahinterliegende Raum nicht beheizt wird. Die Farben entsprechen der jeweiligen Oberflächentemperatur auf dem rechten Farbbalken.
Bauschäden:
· Wärmebrücken: Unzureichend isolierte Heizkörpernischen, Mauerfugen, Dämmplattenfugen,
· fehlerhafte Deckenanschlüssen
· Durchfeuchtung von Wänden und Dächern
· Falsche Dübel zur Befestigung der Wärmedämmplatten
· Überputztes Fachwerk
· Lecks in Fußbodenheizungen
· Fenster und Wände unterschiedlicher Wärmedurchgangskoeffizienten
· Hohlräume
· Ort der Zugluftleckage
Hier ein Beispiel:
| Innenraumfoto einer Küche; Holzständerbauweise
Bilder FH Aalen | Bauschaden: Schimmelpilzbildung. Ursache: Fenster zu kalt, Isolierung durchfeuchtet, falsche Befestigungsmittel (dunkle Punkte). |
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